Die meisten Gebiete im Irak sind vom IS befreit. Doch die Terrormiliz hat eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Eine Wiederaufbau-Konferenz soll dem Land helfen, sich zu rehabilitieren.

Im Juli 2017 haben die irakische Armee und ihre Verbündete Mossul, die einstige Hauptstadt des "Kalifats der Finsternis", von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) befreit. Vor allem im Westteil der Stadt wurde eine erbitterte Schlacht geführt. Allein dort sollen rund 10.000 Menschen getötet worden sein, die Stadt liegt in Trümmern.

Weite Teile zerstört

Von den einst 200.000 Menschen leben mittlerweile etwa wieder 5000 Menschen in Mossul. Überall liegen noch Sprengfallen herum, Stadtangestellte graben nach den Leichen der IS-Kämpfer, um Krankheiten und Epidemien zu verhindern und den Verwesungsgestank loszuwerden, berichtet Nahost-Korrespondent Carsten Kühntopp.

Mossul
In manchen Teilen von Mossul liegt kaum noch ein Stein auf dem andern

Doch es fehlt auch an Trinkwasser, Strom und medizinischer Versorgung. Zwar sieht es nicht überall im Irak so dramatisch aus wie in Mossul - doch die Weltbank schätzt, dass rund 88 Milliarden US-Dollar benötigt werden, um die zerstörten Landesteile wiederaufzubauen. Rund 70.000 Häuser wurden bei den Kämpfen vollständig zerstört. Straßen, Flughäfen, Schulen, Krankenhäuser und Produktionsstätten müssen erneuert werden.

Irak hofft auf Privatinvestoren

Bei einer dreitägigen Wiederaufbaukonferenz in Kuwait sollen Gelder für den Irak organisiert werden. Vor allem Privatinvestoren spielen eine wichtige Rolle. Zu der Konferenz sind mehr als 2000 Firmenvertreter angereist, sagt Carsten Kühntopp. "Die sind interessiert daran, zu investieren, in Projekte, die zum Teil schon sehr schnell recht viel Geld bringen."

Die irakische Regierung spüre, dass viele Regierungen zögerten, Gelder zu geben, sagt Carsten Kühntopp - wegen der schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit.

"Nach 2003 sind Milliarden, die man dem Land gegeben hatte, schlicht versickert."
Carsten Kühntopp, Nahost-Korrespondent

Deshalb sucht die irakische Regierung zwar weiterhin die Unterstützung anderer Länder - will aber auch Privatunternehmen dafür gewinnen, in den Irak zu investieren.

Wohlstand des Irak hängt vom Öl ab

Gelder werden vor allem für die lebenswichtige Ölindustrie gebraucht. Der Irak ist das zweitgrößte Mitglied der Organisation der Ölexportierenden Länder (OPEC). Die Öleinnahmen machen mehr als 90 Prozent der gesamten Einnahmen des Staates aus. Die Regierung sucht nun Investoren für Förderanlagen, Raffinerien und Pipelines.

Investiert werde soll aber auch in andere Vorhaben, um den Irak unabhängiger vom Öl zu machen - auch wegen des anhaltend niedrigen Ölpreises. Unter anderem soll die Getreideproduktion des Landes gesteigert werden. 

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