Was schenken zu Weihnachten? Diese Frage beantworten viele von uns mit einem mehr oder weniger schön gestalteten Zettel – einem Gutschein. Wir sind fein raus, aber was macht eigentlich die oder der Beschenkte? 

Gutschein ist nicht gleich Gutschein. Da ist der Kino-Gutschein, den unser Reporter Dominik Peters seit dem vergangenen Weihnachtsfest in einer Schublade vergammelt lässt. Die Gutscheine für Plattenläden hat er dagegen spätestens nach drei Tagen eingelöst. Nur: Oft kauft er irgendeinen Schwachsinn, weil er das Gefühl hat, der Gutschein müsse endlich mal weg. 

Außerdem: Vergisst er schon mal, den Gutschein mitzunehmen. Dann zahlt er im Kino, Restaurant oder Shop eben doch bar oder mit Karte, statt den Gutschein einzulösen.

Die Sache mit dem Gutschein hat also ein paar Haken. Trotzdem werden sie gekauft, gefaltet und versendet, als würde es keine anderen Geschenke geben. In der Summe haben wir in Deutschland im vergangenen Jahr 1,84 Milliarden Euro für Gutscheine ausgegeben, fast 10 Prozent mehr als im Vorjahr, sagt Ulrich Binnebößl vom Handelsverband Deutschland.

"Das lässt sich sehr gut erklären, indem sie zunehmend als Ersatz für Geldgeschenke angesehen werden, die eben häufig als ideenlos gelten."
Ulrich Binnebößl vom Handelsverband Deutschland

Die Erklärung: Mit einem Gutschein können wir uns gut aus der Affäre ziehen, wenn wir ein Geschenk für Kollegen brauchen, oder für die Tante, die wir nur einmal im Jahr sehen. Er wirkt so, als hätten wir uns Gedanken gemacht. Auch, wenn sich das Geschenk eigentlich kaum vom unpersönlichen Kuvert mit dem Zwanni unterscheidet.  

Wie viele dieser Gutscheine tatsächlich eingelöst werden, bleibt ein Rätsel. Unser Reporter hat sowohl bei der GfK, der Gesellschaft für Konsumforschung angefragt, als auch beim Handelsverband Deutschland. Der Handelsverband – als Dachverband der Einzelhändler – sagt: Sobald ein Gutschein verkauft wird, ist das buchhalterisch schon ein abgeschlossenes Geschäft. Ob er dann eingelöst wird, ist für die Gesamtbilanz nicht mehr interessant. 

Wie viele Gutscheine eingelöst werden? Betriebsgeheimnis

Unternehmen dürften intern natürlich nachvollziehen, wie viele Gutscheine in ihren Filialen eingelöst wurden. Aber darüber hüllen sie den Mantel des Schweigens. Weder Ikea, noch die Mayersche Buchhandlung noch die Parfümerie Douglas wagen sich aus der Deckung. Weil das ein Betriebsgeheimnis sei. 

Was gesichert ist: Mittlerweile bieten 90 Prozent der großen Unternehmen Gutscheine an, sagt der Handelsverband. Und bei kleinen Händlern seien es mehr als die Hälfte.

Gültigkeit von Gutscheinen

Grundsätzlich sind Gutscheine drei Jahre gültig. Also selbst, wenn keine Frist draufsteht, müssen wir den Gutschein drei Jahre nach dem Kauf einlösen, sonst verfällt er. Ist eine kürzere Frist angegeben, wird es kompliziert. 

Die Verbraucherzentrale sagt, dass die Händler meist im Recht sind, weil Kundinnen ihnen zugestehen müssten, dass sie ihren Warenbestand in bestimmten Zeiträumen kalkulieren. Aber trotzdem könnte es, wenn es hart auf hart kommt, juristisch sehr kniffelig werden. Und vor allem mit ziemlichem Aufwand verbunden sein. 

Schon deshalb rät die Verbraucherzentrale: Wir sollten Gutscheine schnell einlösen. Und für alle Schenkenden gilt: Wer solchen Ärger völlig umgehen will, verschenkt einfach einen selbst gemachten Gutschein. 

Mehr über Weihnachtsgeschenke bei Deutschlandfunk Nova: