Es gab im vergangenen Jahr insgesamt weniger Straftaten als in den Jahren zuvor: Vor allem Einbrüche und Diebstähle nahmen ab. Angestiegen ist die Zahl der Drogendelikte und Fälle von Kindesmissbrauch.

Die Straftaten in Deutschland liegen auf einem Tiefststand - das sagt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik. Die Zahlen für 2018 unterbieten die Werte von 2017 noch einmal. Dabei war schon vergangenes Jahr der niedrigste Stand an Verbrechen seit Einführung der ersten gesamtdeutschen Statistik 1992 gemessen worden, wie unsere Korrespondentin Gudula Geuther berichtet.

"Diebstähle machen insgesamt ein Drittel aller Straftaten aus. Und da gingen in allen Bereichen die Zahlen runter: beim Taschendiebstahl um über 18 Prozent."
Gudula Geuther, Dlf-Hauptstadtstudio

Diebstähle und Raubdelikte machen einen Großteil der Verbrechen in Deutschland aus. Die Zahlen bei diesen Straftaten gingen deutlich zurück. Auch in Wohnungen wurde 2018 seltener eingebrochen - laut Statistik wurden 16 Prozent weniger Fälle angezeigt. Die Gewaltdelikte gingen um 2 Prozent zurück. Insgesamt sprechen wir von rund 5,55 Millionen polizeilich erfasster Straftaten für 2018.

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Was kommt zur Anzeige?

Die Kriminalstatistik spiegelt generell die Taten wider, die bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurden. Dabei wird nicht jedes Verbrechen gleich stark angezeigt: Ein Fahrzeugdiebstahl oder ein Wohnungseinbruch kommt oft zur Anzeige, eine Schadsoftware dagegen selten, so das Bundeskriminalamt.

Das Anzeigeverhalten habe sich in den vergangenen Jahren nicht verändert, so Gudula Geuther. Das Bundeskriminalamt hat eine Untersuchung dazu gemacht und diese ebenfalls am heutigen Dienstag (02.04.) vorgestellt: "Die Leute zeigen jetzt nicht weniger an als früher."

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Gudula Geuther sagt, Wohnungen - also Türen und Fenster - würden immer besser gesichert. Das führe zu einem Rückgang der Einbrüche. Es gibt aber auch Bereiche, in denen die Straftaten zugenommen haben. Dazu zählen Verbrechen im Netz beziehungsweise im Darknet - etwa Waffenhandel, Drogenhandel oder Kinderpornografie.

Zahlen zu rechtsextremen Verbrechen liegen derzeit noch nicht vor, berichtet Gudula Geuther. Offenbar müssen die Daten aus den einzelnen Bundesländern erst noch zusammengeführt werden. Diese Zahlen würden nachgeliefert.

Viele fühlen sich unsicher

Trotz rückläufiger Straftaten fühlen sich mehr Menschen unsicher als vor einigen Jahren - auch dazu gibt es Zahlen: 21,4 Prozent der Befragten gaben an, sich in ihrem Wohnviertel nicht sicher zu fühlen. Fünf Jahre zuvor waren es noch 17,3 Prozent. Das Bundeskriminalamt macht unter anderem den Einfluss sozialer Medien dafür verantwortlich. Die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic sieht dagegen die Bundespolitik in der Verantwortung: Die Bürger seien verunsichert, weil die Regierung auf Anschläge oder Gewalttaten "oft im Wochentakt mit symbolischer Gesetzgebung" reagiere.

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