Dem ägyptischen Fußballstar Mo Salah wurde (wie schon Ronaldo oder Maradona) ein Denkmal gesetzt. Die Künstlerin erntet für ihre Arbeit allerdings Hohn und Spott (wie bereits ihre Vorgänger). Warum gehen Fußballer-Skulpturen so oft schief?

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Zu den, sagen wir mal "diskussionswürdigen" Statuen von Ronaldo und Maradona, gesellt sich eine weitere: Mo Salah, ägyptischer Nationalspieler und im Team von Liverpool, wurde von einer ägyptischen Künstlerin verewigt.

Die Statue will Salah mit geöffneten Armen beim Torjubel zeigen. Das Ergebnis wirkt aber eher wie eine Comicfigur. Seitdem die Skulptur in Scharm El-Scheich enthüllt wurde, ist das Netz voller Spott: Vergleiche mit einem Troll oder Todd Flanders von den Simpsons sind oft zu lesen. 

"Die Mo-Salah-Statue ist auf jeden Fall Kunst."
Frank Matthias Kammel, Kunstwissenschaftler und Chef des Bayerischen Nationalmuseums

Frank Matthias Kammel, Kunstwissenschaftler und Chef des Bayerischen Nationalmuseums, ist die Salah-Skulptur auf jeden Fall Kunst. (Manche kennen ihn aus der Sendung "Kunst und Krempel" im Bayrischen Rundfunk, in der er alte Gegenstände bewertet, die Zuschauer aus ihrem Besitz präsentieren.)

Wunschbild im Kopf der Fans

Mit der Kunst sei es ja grundsätzlich nicht so einfach. Denn gerade bei Portraits möchten die meisten Leute sich (bzw. die Personen, die man gerne mag) so sehen, wie man das selbst im Kopf hat. 

Trotzdem hat die Statue nicht wirklich viel mit dem echten Mo Salah zu tun, sagen viele Betrachter (so wie das auch schon bei Ronaldo und Maradona war). Die Frage sei aber, ob die Künstlerin die Salah-Skulptur überhaupt als ein Portrait "im Sinne einer absoluten Abbildung, also wie ein Selfie" angelegt hat, so Kammel. "Ein Künstler legt meist mehr in sein Werk als die bloße Abbildung eines Portraits. Diesen Streit hat es schon immer gegeben."

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Der Streit um Abbildung und Kunstwerk sei schon sehr alt, sagt Kammel. Albrecht Dürer etwa habe häufig Maximilian I. malen müssen. Der Kaiser habe sich damals stets die Vorlagen schicken lassen und daran herumkorrigiert, bis er zufrieden war. Weil er sich anders dargestellt sehen wollte, als ihn Dürer gesehen hat.

"Vielleicht schaut uns bei der Mo-Salah-Skulptur ein Mensch entgegen, dessen Charakter die Künstlerin zeigen wollte."
Frank Matthias Kammel, Kunstwissenschaftler

Auch wenn viele "Außenstehende" den Fußballer in der Skulptur nicht wiedererkennen: Die künstlerische Freiheit erlaube der Künstlerin, Mo Salah so darzustellen, wie sie das möchte. Das müssen Betrachter und Fans aushalten.

Die Freiheit der Kunst

Das Prinzip der Ähnlichkeit – von Ronaldo wurde zum Beispiel nach den Beschwerden eine neue, ihm ähnlichere Büste angefertigt – sei nicht unbedingt immer das richtige oder beste. Außerdem sei es oft viel besser, sich über Kunst zu streiten, als sie einfach so emotionslos wahrzunehmen.

"Manchmal ist es ja auch viel besser, wenn man sich über Kunst streitet, als wenn man sagt: Och ja, schön."
Frank Matthias Kammel, Kunstwissenschaftler
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