Optimisten leben laut einer neue Studie aus den USA, über die das Fachmagazin PNAS berichtet, länger. Das Gute für Pessimisten: Optimismus kann man lernen.

Es klingt beinahe logisch, dass das Leben für Menschen, bei denen das Glas eher halb voll ist, auch länger dauert, als bei Menschen, bei denen es eher halb leer ist. Aber wie untersucht man so etwas?

Dass gesunde Ernährung, Sport, und allgemeine Gesundheit Faktoren sind, die die Länge unseres Lebens beeinflussen, ist klar. Aber die persönliche Einstellung zum Leben?

Daten aus zwei Gruppen zeigen: Optimisten wurden älter

Forschende von Unis und Krankenhäusern in Boston haben sich Daten von mehreren Tausend Menschen aus zwei verschiedenen Gruppen angeschaut und herausgefunden, dass diejenigen älter wurden, die eine positive Grundeinstellung hatten, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ann-Kathrin Horn.

"Positive Grundeinstellung heißt: Sie glaubten eher, dass Dinge gut ausgehen und dass sie die Zukunft beeinflussen können und Ziele erreichen können."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk Nova

Die Daten der Forschenden stammten aus zwei Gruppen. Die eine Gruppe bestand aus Frauen – knapp 70.000 Krankenschwestern aus den USA, die über zehn Jahre beobachtet wurden. Die andere Gruppe setzte sich aus Männern zusammen – ungefähr 1.400 – alles Kriegsveteranen, die über 30 Jahre beobachtet wurden.

Bei diesen beiden Gruppen schauten sich die Forschenden mehrere Aspekte an, wie beispielsweise, ob sie eher optimistisch oder pessimistisch waren, wie lange sie lebten und wer besonders alt – also mehr als 85 Jahre alt – wurde.

Optimisten werden eher 85 Jahre und älter

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem Optimisten und Optimistinnen 85 Jahre oder älter wurden. Sowohl Männer als auch Frauen leben laut der Forschenden 11 bis 15 Prozent länger, wenn sie eine positive Grundeinstellung zum Leben hatten. Und sie hatten eine 50 bis 70 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, 85 Jahre oder älter zu werden.

Woran das liegt, dass Optimisten länger leben, können die Forschenden nicht schlussendlich beantworten. Sie vermuten aber, dass es etwas damit zu tun haben könnte, wie die Menschen mit Stress umgehen. Also dass bei Optimisten weniger schädliche Stresshormone ausgeschüttet werden. Eine andere Vermutung lautet, dass Optimisten ihr Leben anders gestalten, zum Beispiel körperlich aktiver sind und sich mehr bewegen.

Studienlage zu Lebenserwartung unterschiedlich

Auch andere Studien haben schon die positive Wirkung von Optimismus herausgearbeitet – wie beispielsweise eine Studie der Uni Köln, wonach optimistische Menschen mehr verdienen.

Aber wie es in der Wissenschaft üblich ist, gibt es auch Studien mit ganz anderen Aussagen, wonach zum Beispiel Pessimismus nicht unbedingt schlecht ist, sondern ängstlichen Menschen hilft, besser mit schwierigen Situationen umzugehen, oder sogar das Leben verlängert.

Wer dem Optimismus aber grundsätzlich doch einiges abgewinnen kann – die gute Nachricht: Optimismus lässt sich lernen.