Caterer müssen noch volle Platten mit Essen entsorgen. Das schreiben die Lebensmittel- und Hygieneregeln vor. 

Die gültigen Lebensmittel- und Hygiene-Regeln schreiben den Caterern vor: Speisen, die bereits ausgegeben wurden oder mit Gästen in Kontakt gekommen sind, eignen sich grundsätzlich nicht zur Weitergabe. Alles, was auf dem Buffet stand, belegte Brötchen, Salate oder der angebrochene Käseigel. All das darf nicht weitergegeben werden, sagt Joachim Wuttke vom Umweltbundesamt.

Essen vom Bufftet eignet sich nicht zur Weitergabe

"Je länger so etwas steht, umso eher können sich Keime darauf absetzen und das kann dann ein Problem werden. Was auch grundsätzlich nicht geht, das sind tierische Rohprodukte."

Als Besucher einer Feier dürfen wir aber mitnehmen und weitergeben, was wir wollen. Das steht dann aber in unserer Verantwortung. Wobei das Caterer oft nicht gerne sehen, weil sie rein rechtlich haftbar dafür bleiben, dass die Lebenmittel noch o.k. sind. 

Manches dürfen Caterer aber an Tafeln oder Bedürftige weitergeben:

  • ungeöffnete oder unverarbeitete Lebensmittel
  • gekühlte oder TK-Lebensmittel (bei Einhaltung der Kühlkette)
  • Backwaren 
  • Zubereitete Speisen, wenn sie noch frisch aus der Küche kommen (und keinen direkten Kontakt mit Gästen hatten und wenn sie von Fachpersonal ausgegeben wurden.)

Die Berliner Tafel arbeitet aktuell fest mit nur drei Caterern zusammen, weil es so viel zu beachten ist. Am Ende bleibt der Caterer in der Verantwortung, denn die Haftung lässt sich rechtlich nicht abgeben. Das ist wohl ein Grund, warum so viele den sicheren Weg wählen und die Reste in die Tonne schmeißen.

"Das A und O ist aus unserer Sicht die gute Planung, sodass man gar keine Reste hat."
Joachim Wuttke vom Umweltbundesamt

Viele Hotels, Restaurants und Caterer haben spezielle Tonnen für Lebensmittelreste. Menschen bekommen die Sachen zwar nicht mehr, aber daraus wird z.B. Energie gewonnen, sagt Joachim Wuttke vom Umweltbundesamt. Die Reste gehen in die Vergärung und Kompostierung. Eine gute Verwertung, meint er. 

Am Besten ist aber die Müllvermeidung durch klare Absprachen bei der Planung des Events: Wer kommt? Wie viele Vegetarier? Wie viele Fleischesser? Caterer können die Gäste auch informieren und am Ende Behälter zum Mitnehmen bereitstellen. Außerdem sind kleine Platten besser als große, denn diese werden erfahrungsgemäß eher leer gegessen. 

Mehr zum Thema:

  • Vom Blatt bis zur Wurzel | Wegwerfen ist out. Sogar aus Radieschenblättern oder Kartoffelschalen lässt sich noch ein Essen zaubern. Wir haben Rezepttipps von Esther Kern.
  • Richtig Reste verwerten | Jeder von uns wirft jedes Jahr 80 Kilogramm Essen weg, täglich 220 Gramm. 61 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle in Deutschland gehen auf das Konto von Privathaushalten.
  • App gegen Lebensmittelverschwendung | Das Ziel: Kein Essen aus Restaurants soll mehr im Müll landen. Mit der App MealSaver kann man Essen bestellen und es kurz vor Ladenschluss beim jeweiligen Lokal abholen - oft zur Hälfte des Normalpreises.