Mitschriften von Vorlesungen sind ja immer Gold wert. Forscher der Universität Princeton haben herausgefunden, dass wir diese aber lieber mit der Hand schreiben sollten. So können wir besser lernen, als wenn wir auf eine Tastatur einhämmern.

Der Hauptgrund, warum das Gelernte so besser ins Hirn geht, erscheint auf den ersten Blick kurios wie banal: Handschriftliche Notizen sind effektiver, weil wir dafür länger brauchen. "Wir können nicht so schnell schreiben, wie wir zuhören können. Deshalb müssen wir uns überlegen, was wichtig und was weniger wichtig ist." Insofern hat die anstrengende Fingerübung einen positiven Effekt.

Filtern: Nur das Wesentliche aufschreiben

Mit dem Stift zu schreiben ist also keine reine Dokumentation, sondern bereits Teil des Lernprozesses. Wir verinnerlichen und filtern wir erste Informationen, wenn wir mit der Hand schreiben.

"Wenn wir tippen, versuchen wir alles wortwörtlich unterzukriegen. Wir haben aber nicht unbedingt verstanden, was wir da tippen. Wir haben uns keine Gedanken dazu gemacht."
Henning Beck, Neurowissenschaftler

Getestet wurde das mit zwei Gruppen. Sie mussten sich zu einem Vortragsvideo Notizen machen. Dabei hat die eine Gruppe die Notizen aufs Papier geschrieben, die andere mit dem Computer. Im Anschluss wurde überprüft, welche Gruppe mehr behalten hat. Dies wurde in mehreren Testreihen wiederholt.

"Selbst dann, wenn man den Leuten, die mit dem Laptop arbeiten, sagt 'Bitte mitdenken!', sind sie schlechter als die Handschrift-Gruppe."
Henning Beck, Neurowissenschaftler

Auch die visuelle Komponente der schriftlichen Notiz spielt fürs Lernen eine Rolle: das Blatt Papier.

"Sobald ich etwas schreibe, baue ich da ja einen Raum drumherum. Eine Struktur." Steht etwas links oben in der Ecke? Oder rechts? War der Zettel kariert, liniert? Habe ich Linie, Pfeile, Symbole verwendet? Dies alles sind wertvolle Informationen, sagt Henning Beck, die uns wie als Eselsbrücke helfen, das Aufgeschriebene in einen Zusammenhang zu stellen.

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Ganz ähnlich ist das übrigens beim Lesen. Gehe es darum zu konsumieren, Spaß zu haben, eine Geschichte zu verfolgen, so Henning Beck, seien E-Book und andere digitalen Quellen genauso gut. Geht es aber um Sachbücher und Details des Inhalts, wird das gedruckte Buch zur haptischen Erinnerungsstütze. "Wir merken uns, wo etwas stand, am Anfang, in der Mitte, oben links, unten rechts. Wir lernen das Buch quasi zu den gedruckten Buchstaben dazu."

Für alle Vielschreiber hat der Neurowissenschaftler noch einen Tipp fürs bessere Zeitmanagement: "Stichwörter sind in der Regel besser, weil man sich noch mehr bemüht, den wesentlichen Kern zu erkennen."

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