Beim London Marathon 2017 hat es ein Läufernur noch mit Hilfe eines anderen ins Ziel geschafft. So richtig gesund sah das nicht aus.

"Die häufigste Ursache für den totalen Erschöpfungszustand während oder nach einem Marathonlauf ist der Flüssigkeitsverlust", erklärt Sportmediziner Thomas Wessinghage. Wenn der zu groß wird, kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel und Desorientierung, Bewusstseinsstörungen bis hin zu Atemproblemen.

Zu wenig Flüssigkeit führt zur Erschöpfung

Selbst wenn es an jedem Kilometer Stände mit Getränken gibt, kommen wir ganz automatisch und unvermeidbar in eine Defizitsituation, erklärt der Sportmediziner: "Der Körper kann aus dem Magendarmtrakt nicht ausreichend Wasser in den Organismus hinein schleusen - weil Beine und Kreislauf im Fokus stehen."

"Das Training für den Marathonlauf ist das Gesündeste, was man der heutigen Industriegesellschaft empfehlen kann. Jeder Marathonläufer, der sich vernünftig vorbereitet, tut extrem viel für seine Gesundheit."

Auch geübte Marathonläufer können Probleme bekommen. Die psychische Situation und der Druck, den sich die Sportler selbst aufbauen, kann dafür sorgen, dass sie Signale ihres Körpers überhören. "Dann kann eine gefährliche Situation enstehen", weiß Thomas Wessinghage.

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Aber wenn der Marathonlauf so belastend für den Körper ist, ist dieser Sport dann nicht grundsätzlich als ungesund einzustufen? Eine Studie der Yale University belegt genau diesen Verdacht. 

Thomas Wessinghage dagegen kritisiert, dass in Studien häufig übergewichtige 70-jährige Diabetiker mit herangezogen würden: "Es ist eine Situation, in der der Körper die Funktion von Organen hinten anstellt, um die Ausnahmesituation der körperlichen Belastung zu bewältigen", sagt er. Aber beim gesunden und gut trainierten Läufer führe das in der Regel nicht zu Schäden.

Halber Marathon - doppeltes Vergnügen

Wer vernünftig ist, macht einen Marathonlauf im Wohlfühlbereich, so der Sportmediziner. "Dann gibt es genug Zeit zu trinken und darauf zu hören, was der eigene Körper sagt."

"Am Ende des Marathons steht immer das Defizit - die Höhe ist allerdings beeinflussbar."