Wie finden wir uns in unserer Umwelt zurecht? Und wie orientieren wir uns im Raum? Ein amerikanischer und zwei norwegische Hirnforscher werden für die Entdeckung von Gehirnzellen geehrt, die uns beim Orientieren und Navigieren helfen.

John O'Keefe, gebürtiger US-Amerikaner und das aus Norwegen stammende Ehepaar May Britt und Edvard Moser - so heißen die drei Gewinner des Nobelpreis 2014 für Medizin.

Ein ganz bestimmter Typ von Nervenzellen

John O'Keefe wird für seine Pionier-Forschung aus den frühen 70er-Jahren geehrt. Bei Experimenten mit Ratten hatte er Nervenzellen im Gehirn entdeckt, die räumliche Informationen speichern. Damit lieferte er die erste Komponente eines Orientierungssystems im Gehirn. Seine Versuche zeigten, dass bestimmte Zellen immer dann feuern, wenn Ratten an einen gleichen Ort kommen. Diese Orts-Zellen bilden somit eine Art "innere Landkarte".

Die Arbeit von John O'Keefe setzten May Britt und Edvard Moser später fort. Das Ehepaar entdeckte dabei einen zweiten Zelltyp – die Gitternetz-Zellen, die sich in einer Region neben dem Hippokampus befinden.

"Grid-Cells stellen ein Koordinaten-System dar. Sie haben Wege-Informationen. Sie ermöglichen räumliche Navigation, indem Wege-Informationen mit den Orts-Informationen von den Orts-Zellen verrechnet werden"
Grit Kienzlen, DRadio-Wissen-Autorin
John O'Keefe, May Britt und Edvard Moser
© dpa
Edvard Moser, May Britt Moser und John O'Keefe (v.l.n.r.)

Zur Orientierung werden zusätzlich auch noch Informationen von anderen Zellen mit einbezogen, die die Haltung des Kopfes und die Grenzen des Raumes erfassen. Beide Arbeiten zusammen beschreiben ein Nervennetzwerk, das räumliche Informationen verrechnet und so Navigation möglich macht.

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