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Über die Ozeane der Welt wissen wir immer noch recht wenig. Dafür kippen wir immer noch viel Müll ins Meer. Beides will Meeresbiologin Julia Schnetzer ändern.

Auf Regisseur Steven Spielberg ist Julia Schnetzer nicht wirklich sauer. "Es gibt aber Studien, die zeigen, dass Menschen, die als Kinder den Film "Der Weiße Hai" gesehen haben, Angst vor Haien entwickelt haben", sagt die Meeresbiologin. Der Film ist aus dem Jahr 1975 und heißt im englischen Original "Jaws" - wegen des großen Kiefers, mit dem das angebliche Ungetüm alles zermalmt.

Angst vor der Tiefe

"Diese Angst lässt sich dann bei den Menschen auch im Erwachsenenalter noch finden." Haie könnten zwar gefährlich sein, sagt Julia Schnetzer, aber eben nicht in dem Ausmaß, wie das viele Menschen vielleicht denken würden. Dabei würden Menschen nicht nur Angst vor Haien, sondern auch vor der Tiefe des Meeres haben. "Denn man sieht nicht, was unter einem ist. Ich bin auch nicht ganz frei davon."

"Die Tiefe zieht mich an. Ich will da runter."
Meeresbiologin Julia Schnetzer

Julia Schnetzer will aufklären und begeistern. Sie hat Biologie in Köln studiert und dann in Mariner Mikrobiologie promoviert. Dafür ist sie nach Bremen gezogen. In den vergangenen Jahren war sie außerdem als Science Slamerin unterwegs und hat die internationale Wanderausstellung "Ocean Plastics Lab" koordiniert. Die Ausstellung zeigt die Verschmutzung der Meere mit Plastik.

Julia Schnetzer vor Ocean Plastics Lab Station in Paris
© BMBF Ben Welland
Bei der Ocean Plastics Lab Station in Paris hat die Meeresbiologin über die Verschmutzung der Meere aufgeklärt

Nun hat Schnetzer aktuelle Forschung und faszinierende Fakten aus den Ozeanen in einem Buch aufgeschrieben. Der Titel: Wenn Haie leuchten. Darin schreibt die Meeresbiologin unter anderem über Riesenkalmare, Reisenmaulhaie und die Kartografie des Meeresbodens.

Unbekannte Welt Meeresboden

Viele Teile des Meeresbodens sind noch immer unbekannt. "Da ist eben nicht nur Schlamm", sagt Juia Schnetzer. Sondern immer wieder werden ganze Gebirgszüge entdeckt. Bis 2030 will das Projekt Seabed deshalb die Vermessung des Meeresbodens abgeschlossen haben.

"Was wir in der Tiefsee kaputtmachen, können wir nicht mehr reparieren."
Meeresbiologin Julia Schnetzer

Persönlich ist Julia Schnetzer immer wieder vom Meer und seiner Vielfalt fasziniert. Zum Beispiel, wenn sie die Möglichkeit hat, zu tauchen. "Bei Nachttauchgänge kann man nur das sehen, was im Kegel der Tsachenlampe erscheint. Und wenn man das Licht ausmacht, kann man Meeresleuchten sehen. Das hat etwas ganz Magisches."