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20 Jahre 9/11 bedeutet für Saloua auch 20 Jahre immer mal wieder persönliche Anfeindungen und rassistische Vorurteile. Mit dem Tag habe sich – wie für so viele – auch ihr Leben geändert. Ihre Geschichte erzählt sie in der Ab 21.

Saloua hat am 11.09.2001 auf dem Nachhauseweg von der Uni etwas erlebt, das sie erst später an diesem Tag mit dem Terroranschlag in Verbindung bringen konnte. Aus dem Nichts wurde sie von einem Mann mutmaßlich vorsätzlich fast überfahren.

"Ich stand geschockt an der Straße und der Fahrer hat mich als "Kopftuchschlampe" und "Terroristin" betitelt. Erst als ich nach Hause kam, verstand ich den Zusammenhang zu dem Anschlag und wusste: Es kommen jetzt ganz andere Zeiten."
Saloua über den Moment des Anschlags
Saloua
© privat / saloua
Saloua

Nach dem Anschlag wurde es für Saloua bitterer Alltag, angespuckt zu werden oder gezielt mit dem Terror in Verbindung gebracht zu werden. Auch FreundInnen von ihr hatten Angst und sind letztlich teilweise sogar in andere Länder gezogen, weil sie es nicht mehr ausgehalten haben. Der Alltag war für sie also plötzlich mit einem Schlag schwieriger und auch ihr direktes Umfeld hat sich verändert.

"Leider Gottes hat sich auch ein ehemaliger Freund im Bereich extremistischer Salafismus radikalisiert, die Gespräche mit ihm wurden immer unerträglicher. Und ich wusste nicht mehr, wo ich noch hätte mit ihm ansetzen können."
Saloua über die Auswirkungen von 9/11 auf ihren Freundeskreis

Dennoch, sagt Saloua, sei das zwar alles eine schreckliche Situation, aber eine Chance zugleich. Es sei eben auch die Chance, jetzt erst recht noch tiefer in Radikalisierungsprävention und in die Menschenrechts- und Friedensarbeit zu gehen und Jugendliche dagegen zu stärken. Am wichtigsten sei es auch jetzt, Jahre später, sich nach wie vor entschieden gegen Hass und Hetze zu stellen. Das gilt in 2021 genauso wie 2001.

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