Wir Deutschen verbrauchen viel Papier. Papier, das selten recycelt, sondern billig und mit giftigen Stoffen aus China eingekauft wird. Ein Dresdner Buchliebhaber will dagegen ankämpfen – mit kompostierbaren Büchern.

Sie sehen wie ganz normale Bücher aus: die kompostierbaren von Kay Hedrich, Gründer des Start-ups Matabooks Bücher. Das Papier ist vielleicht etwas dunkler als gewohnt. Nur der Geruch, der erinnert an Natur – für manche riechen die Bücher nach grünem Tee oder Sushi. 

Lesen ohne großen ökologischen Fußabdruck

Als Kay Hedrich mit seinem Studium im Verlagswesen fertig war, wurde ihm eines bewusst: Nachhaltigkeit in der Buchbranche ist bisher noch eine Seltenheit. Viele Verlage kaufen billiges Papier aus China und lassen das Buch dann mit giftiger Farbe bedrucken – beispielsweise in Polen. 

Verzicht auf Makellosigkeit

Deshalb hat sich Kay Hedrich zum Ziel gesetzt, Bücher anderen Materialien zu produzieren, die all dies nicht vertreten: Gras zum Beispiel. Ganz makellos weiß sehen die Bücher aus Gras nicht aus und auch mit der Lesbarkeit der Schrift hatte das Start-up anfangs Schwierigkeiten. Doch für die Ökobilanz ist es das wert:

  • Die Herstellung benötigt deutlich weniger Energie und Wasser als Recyclingpapier.
  • Gras ist als Rohstoff in großen Mengen vorhanden – es gibt also keine Engpässe.
  • Die benutzten Farben sind aus pflanzlichen Ölen hergestellt.
  • Der Klebstoff ist wasserlöslich.

Nachhaltigkeit auf ganzer Linie

Hinter der Philosophie des jungen Verlags steckt aber noch mehr: E-Books kommen zum Beispiel gar nicht infrage. Um die Bücher zu vertreiben, wird auf Verkaufsriesen wie Amazon verzichtet. Lieber werden die Buchladenverkäufer vor Ort direkt angesprochen.

"Die Verlage machen teilweise ihren größten Umsatz über Amazon. Ist für uns aber nicht ganz so vereinbar mit den Werten, die wir gern vertreten wollen. Und das ist auch etwas, wo wir sagen, wir verzichten bewusst auf diesen Schritt."
Kay Hedrich, Gründer des Startups Matabooks

Bisher hat der Verlag zwei Bücher rausgebracht, weitere sind in Planung. Ein zusätzliches Projekt sind Notizbücher mit eingeschöpften Samen von Wildblumen. Nachdem die Bücher fertig beschrieben wurden, können sie als eingepflanztes Samenpapier wieder an die Erde zurückgegeben werden.

"Wir nehmen etwas von der Natur, Gras, Rohstoffe für den Klebstoff, für die Farben, wir gebrauchen die Sachen und geben es anschließend der Natur zurück."
Kay Hedrich, Gründer des Startups Matabooks

Mehr zum Thema: