Mehr als 100.000 Marderhunde leben in Deutschland, nur kennt sie kaum einer. Denn die eingewanderte Tierart ist vor allem nachtaktiv.

Vor rund 50 Jahren ist der Marderhund in Deutschland aufgetaucht und gehört damit zu den Neozoen wie der Waschbär oder der Halsbandsittich. Ursprünglich kommt der Marderhund aus Ostasien, sagt Tierexperte Mario Ludwig. Weil schon früher sein Pelz als besonders warm und widerstandsfähig geschätzt wurde, hat die sowjetische Regierung zwischen 1928 und 1956 rund 10.000 Marderhunde im Westen des Sowjetreiches angesiedelt. Von dort aus hat er sich Richtung Deutschland verbreitet, erklärt Mario Ludwig. In den 60er Jahren wurden hier die ersten Tiere gesichtet.

Nachtaktiver Allesfresser

Inzwischen leben in Deutschland über 100.000 Marderhunde, die meisten haben sich in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein angesiedelt, erklärt der Tierexperte. Bislang scheint der Marderhund keine andere Tierart zu verdrängen. Mit dem Fuchs teilt er sich das Revier, sagt Mario Ludwig. Seine Lieblingsnahrung sind Mäuse, Insekten, Früchte und Abfälle. Jäger und Naturschützer bezichtigen ihn aber auch als Nesträuber. In einigen Teilen Europas soll der Marderhund die Nester seltener bodenbrütender Vögel ausgeräumt und beträchtliche Schäden angerichtet haben. Natürliche Feinde außer dem Uhu hat er keine.

Hund mit Maske

Der Marderhund gehört zur Familie der Hunde. Allerdings hat er eine schwarz-weiße Gesichtsmaske und dichtes, langes Haarkleid und sieht deshalb aus, als hätte man einen Waschbären und eine Marder gekreuzt. Der Marderhund ist äußerst scheu, nachtaktiv und lebt in Erdhöhlen, verlassenen Fuchs- oder Dachsbauten oder im dichten Unterholz, sagt Mario Ludwig.

Auch wenn viele nicht wissen, wie der Marderhund aussieht, haben wir sein Fell schon an der ein oder anderen Kapuze oder als Mützen-Bommel gesehen. In China werden Marderhunde für die Textilindustrie gezüchtet und unter grausamen Bedingungen gehalten und gehäutet.

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