Immer weniger junge Männer wollen katholische Priester werden - nur noch 60 pro Jahr. Einer von ihnen ist der 23-jährige Nico Jenke.

Nico ist ein moderner Typ, sagt er über sich selbst, geht gerne auf Partys. Aber: Er möchte sein Leben in einen höheren Dienst stellen. Als er ein kleiner Junge war, kam Papst Benedikt nach Deutschland. Wie die Menschen ihm zugejubelt haben, hat ihn total beeindruckt. Seitdem wollte er Papst werden. Er wusste noch nicht, dass es auch Priester gibt.

"Ich bin nicht sehr religiös aufgewachsen."
Nico Jenke, will Priester werden

Als er zehn ist, stirbt sein Opa. Der Gottesdienst bei dessen Beerdigung hat ihn so beeindruckt, dass er danach zu seiner Mutter gesagt hat: "Ich möchte Pfarrer werden." Mit 12 wurde er katholisch getauft und drei Jahre später Messdiener - weil er so oft den Gottesdienst besuchte, hatte ihn der Priester angesprochen. Für ihn stand deshalb fest, was er nach dem Abitur machen wollte: Die Ausbildung am Bischöflichen Priesterseminar in Münster

Immer weniger Männer wollen Priester werden

Nico hat die Hälfte der Ausbildung hinter sich. Manchmal hat er Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war, die er schon in so jungen Jahren für sich getroffen hat. Denn auch Nico hat sich schon mal verliebt oder mit der Entscheidung eines Bischofs gehadert. In solchen Momenten kommen ihm dann schon mal Zweifel.

"Wenn man sich verliebt, ist das kein Grund in Panik zu verfallen, das passiert auch geweihten Priestern."
Nico Jenke, will Priester werden

Eine Freundin hatte Nico noch nie. Weil er schon in seiner Jugend wusste, dass er Priester werden will, hat er das mit der Liebe lieber gleich sein lassen. Erst im Studium kamen ihm die Zweifel, ob er nicht etwas verpasse. Und auch wenn er sich doch einmal verliebte, hat er sich immer wieder dazu entschlossen, bei seiner Entscheidung zu bleiben. 

Straffer Zeitplan

Seit mehr als vier Jahren ist er in Münster im Priesterseminar. Sein Alltag ist straff durchgeplant: Das Theologiestudium an der Uni und im Priesteramt die weiterführende Ausbildung. Das klingt anstrengend, aber wenn er in einem Praktikum Kontakt zu Menschen hat und von seinem Glauben erzählt, weiß er, dass er für sich die richtige Entscheidung getroffen hat. 

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