Bekommt dein Hund viel gutes Fleisch, schmeckt das vielleicht dem Tier - nicht aber der Umwelt. Wie grün der Fußabdruck von Hund, Katze, Meerschweinchen oder Pferd eigentlich ist, das hat sich unsere Reporterin angeschaut.

Vielleicht kennt ihr den Spruch? "Veganer haben ein Problem: ihre Katzen". Klar, eine Katze kann man nur schwer vegan ernähren. Aber auch andere Tiere mögen Fleisch - Hunde beispielsweise. 

Wenn man die Ökobilanz von Haustieren betrachtet, spielt es immer eine große Rolle, was die Tiere fressen - das sagt das Schweizer Unternehmen ESU Services, das auf die Berechnung von Ökobilanzen spezialisiert ist.

"Die Art der Fütterung und der Haltung hat einen sehr großen Einfluss darauf, welche Ökobilanz dein Haustier hat."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Für ihre Berechnung hat sich das Schweizer Unternehmen mehrere Haustiere vorgeknöpft, die oft gehalten werden, also Hunde, Katzen, Kaninchen, Vögel, Fische und auch Pferde. Dann hat man ermittelt, welche Umweltbelastung ihre Haltung verursacht. Einberechnet wurde das Futter, aber auch der Müll der Futterverpackungen und alles, was wir für so ein Tier anschaffen: Näpfe zum Beispiel, Decken, Leinen, Sättel, Käfige oder Spielzeug.

"Und das wird dann umgerechnet in so genannte Umweltbelastungspunkte", erklärt unsere Reporterin Verena von Keitz: "An denen kannst du ablesen, welche Ökobilanz ein Haustier im Schnitt so hat."

Hunde kommen besser weg als Pferde

Den schlechtesten Wert bekommt das Pferd - einfach, weil es so groß ist und darum viel frisst. "Das Pferd kommt in dieser Ökobilanz jährlich auf eine Umweltbelastung, die dem von 21.500 km Autofahren entspricht." Hunde kommen nach dieser Untersuchung deutlich besser weg, ihre Umweltbelastungspunkte entsprechen einer Autofahrt von 3700 km. Bei Katzen sind es umgerechnet 1400 km. All das sind natürlich Durchschnittswerte - sowohl für die Tiere, als auch für die Autofahrten.

"Wir haben ja nicht tatsächliche Durchschnittsdaten von allen Tierhaltern in der Schweiz gehabt, sondern wir haben Szenarien gemacht, die uns realistisch erschienen, bei allen Tieren."
Niels Jungbluth, Geschäftsführer von ESU Services

Und stimmt nach dieser Untersuchung die Aussage, ein Rottweiler sei schlimmer als ein SUV? Eigentlich nicht, sagt unsere Reporterin. Wir haben schließlich einen großen Spielraum und können die Ökobilanz unserer Haustiere selbst beeinflussen - je nachdem, wie wir sie halten oder füttern. Geben wir dem Hund sehr viel rohes Fleisch, dann wird seine Ökobilanz allerdings doch ziemlich schlecht.

"Wenn du deinem Hund einen hohen Anteil von rohem Fleisch ins Futter packst, dann wird er quasi doch wieder zum SUV, wenn du die Umweltbelastungspunkte vergleichst."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Katzen übrigens brauchen anteilig mehr Fleisch als Hunde, so Verena von Keitz. Drum ist ihre Ökobilanz beim Futter schlechter. "Bei Katzen hilft es aber auch, darauf zu achten, was du ins Katzenklo streust - zum Beispiel Einstreu auf Holzbasis statt mineralischer Produkte", so ihr Tipp.

Zusammengefasst kann man sagen: Natürlich haben alle Haustiere einen ökologischen Impact. Aber der ist bezogen auf die Umweltbelastung, die wir Menschen durch unseren Konsum verursachen, nicht sehr groß: In der Schweiz, so die Untersuchung, mache die Umweltbelastung von Haustieren etwa 1 Prozent der gesamten Umweltbelastungen durch Konsum aus.

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