Auf Einweg-Grill oder Plastikgeschirr beim Grillen verzichten ist schon ziemlich nachhaltig. Toppen könnt ihr das noch mit Öko-Grillkohle. Wir sagen euch, wie ihr darauf achten könnt, wo eure Grillkohle herkommt. 

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) wird unsere Grillkohle zu 98 Prozent importiert - in der Regel aus Afrika und Südamerika und da meistens aus den Tropen. Viel Grillkohle, die wir zum Glühen bringen, stammt aus illegal abgeholzten Flächen. 

"Bis jetzt habe ich mir über Kohle und Grillbriketts keine Gedanken gemacht, einfach im Baumarkt zugegriffen, wo es preiswert ist. Im Zweifel habe ich damit eine ziemliche Sauerei angerichtet."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Leider gibt es für Produkte wie Grillkohle noch keine Siegel, auf die sich Käufer verlassen können. Zur groben Orientierung empfiehlt der Nabu Siegel wie FSC oder Naturland. Die garantieren aber nicht, dass die gesamte Holzkohle in einem Sack auch von Holz aus heimischen Wäldern stammt.  Es kann auch teilweise in Übersee geschlagen worden sein.

"Wir vom Nabu empfehlen das FSC-Siegel oder das Naturland-Siegel, die stehen für nachhaltige Forschwirtschaft und die Einhaltung sozialer und ökologische Kriterien bei der Herstellung."
Verena Bax, Nabu Deutschland

Das Thünen Institut des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat mal genauer auf Produkte mit der Kennzeichnung "ausheimischen Laubhölzern" geschaut. Bei denen ist zwar viel heimisches Holz drin, zum Beispiel Buche, Ahorn und Eiche. Es gibt aber auch immer wieder Anteile von tropischen und subtropischen Hölzern. Illegal ist das nicht, denn im Gegensatz zu vielen anderen Holzprodukten unterliegt Holzkohle bislang nicht der EU-Holzhandelsverordnung.

Oliven- oder Kokos-Briketts als Alternativen

Als Alternative gibt es Briketts aus Oliven. Das sind die Reste der Ölpressung, also vor allem die Kerne. Diese Briketts kosten aber ungefähr das sechsfache  der normalen Holzkohle. Oder es gibts Briketts aus Kokos. Da ist aber nicht klar, ob da Schalen von Kokosnüssen drin sind, die von illegalen Plantagen kommen.

"Und bitte, bitte keinen Einweggrill. Die sind aus Alu, da geht mega viel Energie drauf für die Produktion und sie verbrennen oft den Boden im Park."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Wer sein Feuer auch nachhaltig anzünden will, benutzt statt chemischen Anzündern einfach Holzanzünder oder Eierkartons. Energiesparender ist sowieso das Grillen mit Strom oder Gas, weil die Holzkohle stundenlang glüht, wenn die letzte Wurst oder Zucchini längst gegessen ist.

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