Die Hollywood-Prominenz futtert veganes Essen auf ihrer großen Oscar-Gala. Hollywood will sich als grüne Branche präsentieren. Bis es wirklich so weit ist, dauert es aber noch.

Ein Blick in die offizielle Oscar-Speisekarte: Zur Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt gab es Gemüse-Couscous, Aubergine auf schwarzem Reis und Süßkartoffel-Tempura mit Minz-Koriander-Knoblauchsoße. Und das waren nur drei von 18 veganen Gerichten, die die Stars und Sternchen verputzen konnten. Das Essen soll zu 70 Prozent aus pflanzlichen Zutaten bestanden haben - ganz im Namen der Klimafreundlichkeit.

Hollywood möchte sich zumindest auf der Speisekarte grüner geben. So wie es schon die Golden Globes vorgemacht haben. Und das kommt bei manchen gut an: Zum Beispiel beim Veganer und Oscar-Gewinner Joaquin Phoenix. Früher gab es bei den Oscars üblicherweise Steak.

Reichlich Gemüse bereitet Star-Koch Wolfgang Puck nach der Oscar-Gala beim Governors Ball zu.
© dpa

Wenn 1500 Gala-Gäste Pflanzliches statt Fleisch essen, spart das bis zu 15 Tonnen CO2 ein, sagt der Klimaforscher Peter Kalmus von der Nasa. Das ist etwas mehr als ein Mensch in Deutschland in einem Jahr produziert. Doch der größte Effekt könnte ein indirekter sein.

"Schauspielerinnen und Schauspieler, die sich für den Klimaschutz einsetzen - das kann natürlich einen Einfluss auf die Öffentlichkeit haben."
Anna Kohn, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wichtig ist die Signalwirkung, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anna Kohn: Die Stars, Schauspielerinnen und Regisseure haben mit ihrem Verhalten eine Vorbildfunktion. "Schauspielerinnen und Schauspieler, die sich für den Klimaschutz einsetzen - das kann natürlich einen Einfluss auf die Öffentlichkeit haben", sagt Anna Kohn, "und so irgendwann auch auf die Politik."

Hollywood ist nicht nachhaltig

Hollywood und die Filmproduktion sind sonst alles andere als ein sauberes Geschäft. "Also man kann bei Hollywood leider einfach nicht von einer grünen Branche sprechen", sagt Anna Kohn. "Filmproduktionen verschlingen Energie und sind nicht gerade nachhaltig." Das fängt bei den Pressetouren an, bei denen die Stars um die ganze Welt geflogen werden, damit sie in Kameras lächeln können, und geht bis zum Müll, der beim Catering jeden Drehtag entsteht.

"Filmproduktionen verschlingen Energie und sind nicht gerade nachhaltig."
Anna Kohn, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Der durchschnittliche Film produziert 500 Tonnen CO2, rechnet der Autor Phil Hoad beim Guardian vor. Große Produktionen verursachen mehr: Das können auch mal 4000 Tonnen CO2 sein. Die Universität von Kalifornien ging vor mehr als zehn Jahren von insgesamt 15 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus, die von der Filmindustrie produziert werden - also so viel wie eine deutsche Großstadt in einem Jahr.

Die Filmstudios wissen, dass ihre Arbeit umweltschädlich ist. Darum gibt es inzwischen Beratungsfirmen, die Tipps für grüne Filmproduktionen geben. Und es gibt auch einen "Green Production Guide" aus der Filmindustrie, bei dem man zum Beispiel über eine Datenbank Firmen finden kann, um seine Produktion umweltschonender zu machen.

Hollywood hat Signalwirkung

Bis Hollywood tatsächlich nachhaltig ist, dürfte es noch ein weiter Weg sein. So sind es bisher nur die kleinen Signale, wie etwa das vegane Essen bei den Oscars, die Signalwirkung haben können.

Das dürfte im Sinne vieler Schauspielerinnen und Schauspieler sein: Auch Joaquin Phoenix bemüht sich um Nachhaltigkeit. Für die Award- und Festivalsaison, Oscars, Cannes, Berlinale und so weiter, will er nur einen einzigen Smoking tragen - und nicht für jedes Fest einen neuen Anzug kaufen.