Pakete mit Autos auszuliefern, ist nicht optimal: Sie produzieren Abgase, stehen im Stau, und für die Zusteller ist es oft schwierig, überhaupt einen Parkplatz zu finden. Es gibt Alternativen.

Wenn wir Waren online bestellen, kommen sie als Pakete in die Städte. Und das nimmt zu. Für die Paketdienste ist das eine logistische Herausforderung, vor allem ist es aber eine Belastung für Menschen und Umwelt, außerdem herrscht sowieso schon überall Stau. Es gibt inzwischen Alternativen, um den Transport effizienter und nachhaltiger zu gestalten:

Das Lastenrad

Lastenräder spielen für große Distanzen innerhalb von Deutschland keine Rolle, wichtig werden sie auf den letzten Metern zum Kunden, wie zum Beispiel in Hamburg. Dort gibt es derzeit ein Pilotprojekt von UPS. Dabei stellen Lkw ihre Aufsätze, also Container, an vier Standorten in Seitenstraßen ab, und von dort aus werden die Pakete dann weiter mit Lastenrädern verteilt.

E-Transporter

DHL fährt in einigen Städten Paket mit kleinen E-Transportern aus. In Bremen transportieren Elektrobusse der kommunalen Verkehrsbetriebe Pakete auf Anhängern zu zentralen Sammelstellen in der Innenstadt. Von dort aus liefern dann Boten mit Lastenrädern aus.

Öffentlicher Nahverkehr

Eine weitere Idee ist, den bereits existierenden Nahverkehr für Paketlieferungen zu nutzen. Vor allem dann, wenn Busse und Bahnen nicht voll ausgelastet sind. In Brandenburg nehmen Buslinien, die oft nur wenige Fahrgäste haben, auch Pakete mit.

In der französischen Stadt St. Etienne werden seit Kurzem ausrangierte Straßenbahnen eingesetzt, um Pakete oder auch Waren für Supermärkte in die Innenstadt zu bringen.

Schiffe

Für Städte, die am Wasser liegen, kommt auch der Schiffstransport infrage. So wie in Utrecht in den Niederlanden. Dort beliefert ein Frachtschiff mit Elektromotor, das auf den Kanälen der Stadt rumschippert, Restaurants und Kneipen mit Bier und nimmt außerdem Pakete mit.

Unterirdische Rohrpost

In der Schweiz denken Stadtentwickler über eine unterirdische Lösung nach, nämlich eine Art Rohrpost für Pakete. Die Idee: Ein Tunnelsystem im Erdboden - 20 bis 40 Meter unter der Oberfläche -, in dem automatisierte Fahrzeuge Waren durch das Land transportieren.

450 Kilometer Röhren sollen gebaut werden, das ist die Vision, allerdings läuft das Ganze etwas schleppend an. Möglicherweise kommt so ein Rohrpostsystem eher in China zum Einsatz, denn auch dort wird an einer solchen Paketlieferlösung getüftelt.

Das Problem: die Bürokratie

Dass diese Ideen in der Regel noch nicht sehr verbreitet sind, liegt auch an der deutschen Bürokratie. Zum Beispiel brauchen die Zusteller für die Container Sonderparkgenehmigungen. Und für die Lastenräder werden Ausnahmegenehmigungen benötigt, damit die Fahrradkuriere damit tagsüber auch durch die Fußgängerzone radeln können.

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