In Frankfurt testet der Paketzusteller DHL die Auslieferung mit Lastenrädern.  Hinzugekommen ist ein Mikrodepot für die Fahrradzusteller. So können sie schneller und sauberer die Pakete ausliefern.

Ein große gelber Container mit Rolltor, Eingangstür und dem Logo der DHL steht jetzt im Herzen Frankfurts in der Heiligkreuzgasse nahe der Konstablerwache. Morgens kommt ein Lastwagen mit den Paketen, die dann im Container für die Fahrradzusteller deponiert werden. 

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Ein Lastenrad kann bis zu 80 Pakete auf einmal ausliefern. Diese Cubicycles haben hinten am Rad einen kleinen Container. Sobald der "Kasten" leer ist, fahren sie zurück zum Mikrodepot und beladen ihr Cubicycle von Neuem. Vier Lastenrad-Fahrer sind in Frankfurt im Einsatz. Sie ersetzen zwei Zustellfahrzeuge und sparen so jährlich 20 Tonnen Kohlendioxid.

Verkehrskollaps abwenden

Zwei Zustellfahrzeuge weniger klingt erst mal nicht viel. Aber nach dem Modellversuch soll diese Art der Paketzustellung weiterausgebaut werden. Der Paketzusteller UPS testet dieses Modell ebenfalls seit letztem Jahr. 

Rund eine halbe Million Pendler jeden Tag

Denn Frankfurt hat ein Verkehrsproblem: die Pendler. Rund eine halbe Million jeden Tag, die nach Frankfurt hinein- und wieder hinausfahren, sagt Alexander Theis. Er ist Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, die mit der Stadtverwaltung und dem House of Logistics and Mobility dieses Modellprojekt gemeinsam durchführt. 

"Wir haben jeden Tag rund eine halbe Million Pendler, die entweder in die Stadt zum Arbeiten hineinkommen oder rausfahren. All diese Menschen bewegen sich auf einem engen Stadtraum."
Alexander Theis, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Frankfurt

Die Pendler, Touristen und Stadtbewohner teilen sich den engen Stadtraum: Busse, Straßenbahnen, Autos, Fahrräder und Fußgänger. Alexander Theis sieht einen Verkehrskollaps kommen.

20 Tonnen weniger CO2 pro Jahr

Die Erfahrungen mit dem Modellprojekt sind bislang positiv. Alexander Theis berichtet, dass UPS durch die Einsparung der Zustellfahrzeuge ungefähr 20 Tonnen CO2 einsparen würden und so helfen, die Luft in Frankfurt besser zu machen.

"Es ist ein Beitrag zur Luftreinhaltung."
Alexander Theis, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Frankfurt

Das Modell kommt auch bei den Frankfurterinnen und Frankfurtern gut an. Sie sehen, dass etwas für die Umwelt getan wird und weniger CO2 in die Luft gepustet wird. Denn auch Frankfurt drohen Fahrverbote, wahrscheinlich ab Februar 2019.

Ähnliche Projekte werden auch in Hamburg, Offenbach und Berlin durchgeführt, weitere Städte sind interessiert, ebenfalls den Verkehr von Zustellfahrzeugen zu verringern. Voraussetzung ist, dass sie genug Platz haben, um die Mikrodepots aufzustellen.

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