Tampon-Alternative

Läuft! Periode mit der Menstruationstasse

Das Angebot an Menstruationstassen wird immer größer – selbst Discounter nehmen sie in ihr Sortiment auf. Unsere Reporterin Meike Glass nutzt die Tasse seit zwei Jahren und berichtet, wie das so läuft. 

Wenn es bei Meike morgens losgeht mit der Periode, kocht sie sich auf dem Herd ganz normal einen Espresso – daneben steht aber noch ein zweiter Topf mit heißem Wasser. Darin kocht sie die Menstruationstasse aus, damit sie steril ist. Wie vor jeder ersten Anwendung, denn Hygiene ist bei dieser Methode extrem wichtig. 

Eine Menstruationstasse hält bis zu 15 Jahre

Seit zwei Jahren ist das bei Meike schon Ritual: Beginnt die Blutung, führt sie sich diesen trichterförmigen Becher aus Plastik ein. Laut Herstellern halten sie bis zu 15 Jahren und können zwischen acht und zwölf Stunden am Tag getragen werden. In der Handhabung hat sie inzwischen Übung – sogar Schwimmengehen funktioniert ohne Probleme – aber an die erste Periode mit Menstruationstasse erinnert sich Meike noch sehr gut. Die verlief katastrophal, sagt sie. 

"Ich wusste kein bisschen, wie ich diesen festen Silikon-Trichter in mich hineinbekommen sollte. Am Ende habe ich sogar Gleitgel genommen, damit es flutscht."
Meike Glass, Deutschlandfunk Nova, über ihre Erfahrung mit der Menstruationstasse

Menstruationstassen haben im Vergleich zu Tampons oder Binden Vor- und Nachteile. 

Die Vorteile: 

  • Menstruationstassen können relativ lange getragen werden (8 bis 12 Stunden) 
  • sie verursachen weniger Müll
  • sie sind langfristig günstiger als Tampons 
  • sie hinterlassen weniger Rückstände in der Scheide. 
  • Außerdem: Ihr seht, wie euer Menstruationsblut aussieht.

Die Nachteile:

  • Ihr seht, wie euer Menstruationsblut aussieht.
  • Die Anwendung erfordert Übung.
  • Das Wechseln unterwegs und auf öffentlichen Toiletten ist schwierig, wegen der Hygiene und zu Anfang geht mal was schief.

Mit ein bisschen Übung keine Probleme beim Wechseln

Im Alltag hat Meike mit dem Wechseln der Menstruationstasse keine Probleme. Wenn sie voll ist, holt sie sie raus (manche Tassen haben sogar einen Ring zum Rausziehen), macht die Tasse sauber (am besten mit einer sanften Seife) und führt sie wieder ein. Dazu faltet sie den Gummitrichter wie ein C zusammen, damit er klein wird. Sobald er tief genug ist, breitet er sich aus und sitzt idealerweise ganz fest. 

Unterwegs mit Menstruationstassen auf die Hygiene achten

Beim Feiern lief es neulich mal nicht so ideal. Da hatte Meike um vier Uhr morgens im Club gemerkt, dass die Menstruationstasse gewechselt werden muss. Problem: Kein Toilettenpapier, keine Seife und noch nicht mal saubere Waschbecken. Beim Wechseln von Menstruationstassen ist es aber extrem wichtig, sich vorher und nachher die Hände zu waschen, um die Gefahr des Toxischen Schocksyndroms (TSS) zu vermeiden. TSS kennen viele in Verbindung mit Tampons: Bei zu langem Tragen bilden sich während der Menstruation giftige Keime in der Scheide – die Folgen können Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit sein.   

Wenn ihr also lange unterwegs seid und eine Menstruationstasse tragt, nehmt entweder eine zweite zum Wechseln mit, oder eine Flasche Wasser mit auf die Toilette. 

Menstruationstassen werden gerade gehypt

Interessant ist, dass die Menstruationstasse in den letzten Jahren einen kleinen Hype erfährt. Dabei gibt es sie schon seit den 1930er Jahren. Vielleicht hat es etwas mit dem zunehmenden Angebot im Internet und im Einzelhandel zu tun, vielleicht liegt es an zunehmend positiven Erfahrungsberichten in Blogs oder sozialen Netzwerken, vielleicht aber auch an dem veränderten Körperbewusstsein von Frauen. Wer Menstruationstassen nutzt, sieht, was da herauskommt. Meike sagt: "Quasi alles, nur kein flüssiges Blut." 

"Menstruationsblut sieht aus wie ein Schokopudding, an dem eine Himbeere vorbei spaziert ist."
Meike Glass, Deutschlandfunk Nova, über ihre Erfahrung mit Menstruationstassen

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