Periodenarmut heißt, sich Hygieneprodukte während der Periode nicht leisten zu können. Schottland hat das Problem erkannt und will die Grundversorgung sicherstellen: Als eines der ersten Länder soll es ab dem neuen Schuljahr auf den Toiletten in allen öffentlichen Schulen und Universitäten kostenlose Binden und Tampons geben. Von so einem Vorschlag sind wir in Deutschland noch weit entfernt.

Periodenarmut ist in Schottland schon lange ein Thema, über das viel diskutiert wird. Jetzt nimmt Schottland viel Geld in die Hand und will die Grundversorgung für Frauen an öffentlichen Unis und Schulen sicherstellen. In Deutschland wäre eine solche Grundversorgung momentan nicht denkbar, sagt unsere Reporterin Anke van de Weyer. Bei uns gelten solche Produkte als Luxusartikel mit erhöhtem Mehrwertsteuersatz. 

"Binden und Tampons gelten bei uns sogar, wenn man von der Mehrwertsteuer ausgeht, als Luxusartikel. Bei denen ist die Mehrwertsteuer nämlich 19 Prozent."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Für sogenannte notwendige Produkte gilt in Deutschland eigentlich schon seit den 60er-Jahren  ein verminderter Steuersatz von sieben Prozent. Binden und Tampons gehören allerdings nicht dazu, dafür aber Kaffee, Kartoffeln oder Schnittblumen. 

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Zwar gebe es immer mal wieder Initiativen, den Steuersatz für Binden und Tampons zu verringern, oder komplett abzuschaffen, bisher hatten die aber noch keinen Erfolg, so unsere Reporterin.

500 Euro im Jahr für Tampons & Co.

Dass es ohne Steuer geht, zeigen zum Beispiel auch Kanada, Irland, Kenia und einige US-Staaten. Auch Australien denkt darüber nach. Innerhalb der EU gilt der erhöhte Steuersatz sonst nur in Österreich und Schweden. In vielen anderen EU-Ländern gilt zumindest der verringerte Steuersatz. Aber, so sagt Anke: "So eine Periode ist auch mit geringem Steuersatz ziemlich teuer."

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Im Schnitt geben Frauen für ihre Periode in ihrem Leben umgerechnet fast 21.000 Euro aus – so das Ergebnis einer Befragung einer britischen Webseite aus dem Jahr 2015. "Wobei da auch Dinge wie Schmerzmittel oder neue Unterwäsche mit einberechnet wurden“, so unsere Reporterin. Aufs Jahr gerechnet sind das circa 500 Euro pro Jahr.

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Für Frauen, die nur wenig Geld zum Leben haben, ist das eine enorme Belastung. Das belegt auch eine Studie der Hilfsorganisation Plan International aus dem Jahr 2017. Das Ergebnis: Eine von zehn Schülerinnen in Großbritannien kann sich überhaupt keine Hygieneprodukte leisten. Fast 15 Prozent der befragten Mädchen mussten bei Hygieneprodukte aus Kostengründen schon mal improvisieren.

„Ich glaube, die selbst gebastelte Klopapier-Binde kennt so ziemlich jede Frau, die schon mal überraschend ihre Tage bekommen hat. Das ist so ein unangenehmes Gefühl, das darf einfach nur für den Notfall sein und nicht eine Notwendigkeit aus Geldgründen.“
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova
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