Knapp 13 Monate war der Forschungseisbrecher "Polarstern" in der Arktis unterwegs. Verene Mohaupt war dabei und hat sich um Ausrüstung und Proviant gekümmert.

Mosaic – so der Name der bisher größten Arktismission, unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts. Das Forschungsschiff "Polarstern" ist dabei so weit in den Norden vorgedrungen, wie nie ein Schiff zuvor während des arktischen Winters. Ziel der Mission war es, den Einfluss der Arktis auf das globale Klima besser zu verstehen. Aber auch die Bedrohung der Arktis durch den Klimawandel. Die Polarstern war dabei zeitweise eingefroren und ließ sich mit dem Packeis treiben. Im Oktober 2020 ist der Eisbrecher dann wieder in den Hamburger Hafen zurückgekehrt. Die Auswertung der Daten läuft noch.

"Das Forschungsschiff war pickepacke voll, als wir losgefahren sind."
Verena Mohaupt, Logistik-Koordinatorin der Mosaic-Expedition
Verena Mohaupt hat sich um die Logistik der Mosaic-Expedition gekümmert.
© AWI | Folke Mehrtens
Verena Mohaupt hat sich um die Logistik der Mosaic-Expedition gekümmert.

Die meisten Menschen sind schon überfordert, wenn sie einen Koffer für zwei Wochen Urlaub packen müssen. Verena Mohaupt war zuständig für das Equipment für über 60 Forscherinnen und Forscher. Keine einfache Aufgabe. Eine ihrer größten Sorgen bei der Abreise war demnach auch, dass sie etwas Wichtiges vergessen hatte. Denn natürlich kann bei so einer Expedition niemand sagen: 'Na gut, dann geh ich halt kurz nach Hause und hole es mir.' Verena Mohaupt musste zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen dann abwägen: Was ist unbedingt notwendig und was kann vielleicht auch später mit einem Versorgungsschiff nachgeliefert werden. Sie sagt: "Bestimmt haben wir etwas vergessen." Aber so wichtig, dass sie sich jetzt noch daran erinnert, war es dann doch nicht.

Eisbärenwache mit Infrarotkameras

Verena Mohaupt erzählt, dass die Forschenden sich gut vor Eisbären schützen mussten. Zwei Wachen waren permanent allein dafür abgestellt, dass sie Ausschau nach sich nähernden Tieren halten, damit es keine gefährlichen Situationen gibt. Das habe auch funktioniert. "Wir hatten mal eine relativ nahe Begegnung, die dann aber auch gut gelöst wurde", sagt sie.

"Der Standard ist, dass man diese Tiere so früh wie möglich sieht."
Verena Mohaupt über Eisbären in der Arktis

Aber nicht nur Eisbären sind eine Gefahr bei einer Arktisexpedition, auch die extreme Kälte. Auf Seminaren wurden die Teilnehmenden darauf vorbereitet, wie sie sich richtig verhalten und richtig anziehen. "Aber auch, dass man genug trinkt und regelmäßig auf die Toilette geht", erklärt Verena Mohaupt. Wer das Schiff verlassen wollte, musste sich außerdem auf der Brücke abmelden. Außerdem haben die Forschenden auch gegenseitig aufeinander aufgepasst. Wenn zum Beispiel jemand eine weiße Nasenspitze hat, dann sei das ein erstes Zeichen für kleine Erfrierungen, sagt Verena Mohaupt. "Wenn der Wind pfeift und die Nase guckt raus, dann geht das sehr schnell", sagt sie. Aber dafür habe man dann einen Partner oder eine Partnerin im Team.

"Die Leute müssen gegenseitig auf sich aufpassen."
Verena Mohaupt

Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, was Verena Mohaupt auf der Mosaic-Expedition in der Arktis erlebt hat und wie sie im vergangenen Jahr Weihnachten verbracht hat, dann hört euch das komplette Audio an.