Wenn Menschen andere am Telefon reinlegen wollen, verstellen sie instinktiv ihre Stimme. Dabei vergessen sie aber, dass sie atmen. Und daran sind sie erkennbar. 

Man sagt ja, die Stimme sei der akustische Fingerabdruck. Aber nicht nur an Hand unserer Stimme sind wir erkennbar. Auch unser Atem verrät viel über uns. Auf dieses Merkmal konzentriert sich die Profilerin Rita Singh seit einigen Jahren und hat damit schon dazu beigetragen, dass Kriminalfälle gelöst werden konnten. 

In der Atmung stecken Informationen

Alles beginnt 2014, als die US-Küstenwache die Computerwissenschaftlerin Rita Singh um Hilfe bittet. Die Küstenwache fragt an, ob Rita ihnen helfen kann, einen Mann zu fassen, der seit Monaten falsche Notrufe absetzt. Sie bringt Computern bei, Menschen zu verstehen - rein inhaltlich. Im konkreten Fall soll sie aber anhand der Notrufmitschnitte analysieren, was für ein Mensch dieser falsche Anrufer ist. Das ist neu für sie. 

"Es gibt über 30 Fachgebiete, die sich mit der menschlichen Stimme beschäftigen. Von der Anatomie, über die Psychologie bis hin zur Akustik in Räumen."
Rita Singh, Stimmprofilerin und Computerwissenschaftlerin

Rita Singh füttert ihre Computer mit Wissen über Stimmen. Sie bringt Computern bei, vom Klang der Stimme auf den Körperbau des Sprechers zu schließen, auf seine Stimmung und den Ort, an dem er sich befindet. Dabei achtet sie darauf, wie gesprochen wird und wie geatmet wird. Auch in der Atmung stecken Informationen - beispielsweise, wie groß Brustkorb und Lungen sind.

Atemgeräusche machen uns unverwechselbar

Rita Singh sagt: "Täter, die jemanden per Telefon oder Funk reinlegen wollen, verstellen instinktiv ihre Stimme, um nicht erkannt zu werden. - Wir sprechen normalerweise, während wir ausatmen. In der Pause zwischen zwei Sätzen holen wir kurz Luft und nutzen den Luftstrom, um Laute zu bilden."

"Unsere Atemgeräusche können wir nicht verstellen."
Rita Singh, Stimmprofilerin und Computerwissenschaftlerin

Nachdem Rita ihren Computer mit vielen Daten gefüttert hat, spuckt der ein Profil des Täters aus. Diese Informationen gibt sie der US-Küstenwache, die dann auch tatsächlich einen Mann festnimmt, auf den viele Details ihrer Beschreibungen zutreffen. 

"Größe, Gewicht, Alter. Wo aus den USA er herkommt. In was für einem Raum er sich befand. Er war nicht mal auf einem Boot, sondern an Land."
Rita Singh, Stimmprofilerin und Computerwissenschaftlerin

Rita sagt, dass sie die Arbeit Stimmenprofilerin auch privat verändert hat. Sie achtet mehr darauf, wie ihr Gegenüber spricht und versucht es zu analysieren. Sie gibt aber auch zu, dass sie ohne ihre Computer eher schlecht ist darin.

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