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Benjamin Näßler kennt Homophobie und Queer-Feindlichkeit im Fußball aus eigener Erfahrung. Der amtierende Mr. Gay Germany erzählt, warum der Sport queerfreundliches Klima braucht.

"Viele Menschen im Fußball werden mit homophoben Sprüchen konfrontiert. Man nimmt sie teilweise persönlich."
Benjamin Näßler über seine Erfahrungen mit Homofeindlichkeit im Fußball

"Das ist ein schwuler Pass", oder "Stell dich nicht wie eine Schwuchtel an": Sprüche wie diese hat Benjamin Näßler in seiner Zeit als Jugend-Amateur-Fußballer bei einem schwäbischen Dorfverein immer wieder gehört. Auch wenn er inzwischen denkt, dass vieles davon nicht so gemeint gewesen sei, habe es ihn als homosexuellen Mann damals sehr verletzt. "Es war eine sehr schwere Zeit", erinnert er sich.

Queerfeindlichkeit ist im Fußball weit verbreitet

Benjamin Näßler ist mit seinen Erfahrungen nicht alleine. Eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln zeigte, dass der deutsche Sport noch immer ein großes Problem mit Homo- und Transphobie hat. 16 Prozent der sportlich aktiven Befragten gaben dabei an, schon einmal diskriminiert und beleidigt worden zu sein.

Inzwischen engagiert sich der amtierende Mr. Gay Germany im Rahmen der "Doppelpass"-Kampagne gegen Homophobie im Fußball. "Solche Sprüche gehören nicht auf Sportplätze", sagt er. Zudem will er erreichen, dass queere Fußballspielende Ansprechpartner*innen und Vertrauenspersonen in den Vereinen haben. Denn diese Dinge hätte er sich selbst als Jugendlicher gewünscht, so Benjamin Näßler.

"Der Fußball muss seiner sozialpolitischen Verantwortung gerecht werden."
Benjamin Näßler über Queerness im Fußball

Mit der Aktion "Liebe kennt keine Grenzen" will Benjamin Näßler mehr Sichtbarkeit für die LGBTQI+-Community im Rahmen der kommenden Fußball-WM in Katar erreichen. "Wir wollen, dass es nicht nur eine Weltmeisterschaft wird, wo Fußball gespielt wird, sondern wir wollen auch für die Menschenrechte vor Ort kämpfen", fasst er die Initiative zusammen. Denn wenn eine WM in einem Land stattfände, in dem gleichgeschlechtliche Liebe mit Gefängnis bestraft wird, dann müsse der deutsche und europäische Fußball eine Vorreiterrolle in Sachen Queerfreundlichkeit einnehmen, sagt Benjamin Näßler.

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