Ratten sind eigentlich ganz putzige Tierchen. Sie können aber auch Krankheiten übertragen - deshalb werden sie bekämpft. In Paris mit speziellen Mitteln.

Ein Bezirksbürgermeister in Paris möchte die Jagd auf Ratten effizienter gestalten. Die Anwohner in seinem Stadtteil können die Tiere auf einer Webseite melden. Unser Reporter Johannes Döbbelt hat sich das angesehen und geguckt, was in Berlin gegen Ratten unternommen wird. 

Der Bezirksbürgermeister sagt, dass die Pariser Stadtverwaltung zu wenig gegen die vielen Ratten tut. Nach Schätzungen sollen in Paris auf jeden Einwohner zwei Ratten kommen. Es gibt Berichte von Schulen und Kitas, wo Ratten und Mäuse herumlaufen.

Eine Webseite gegen Ratten

Manche Plätze wurden gesperrt oder Parks zwischenzeitlich geschlossen, um die Ratten zu bekämpfen. Für den Bezirksbürgermeister Geoffroy Boulard nicht genug.  Er hat eine Webseite gestartet, auf der die Anwohner in seinem 17. Arrondissement in Paris, Ratten melden können, wenn sie eine gesehen haben. Ob das Tier noch lebt oder bereits tot ist, spielt dabei keine Rolle.

"Man kann entweder auf einer Karte eintragen, wo man die Ratte gesehen hat oder direkt die Adresse eintragen. Und man kann angeben, ob die Ratte tot oder lebendig ist. Wenn sie tot ist, kommen Mitarbeiter, die sie einsammeln."

Alle Meldungen, die über die Webseite eingehen oder eine zusätzliche Hotline, sollen einmal wöchentlich an die Pariser Stadtverwaltung weitergeleitet werden, damit diese dann etwas unternimmt und wenigstens die Brennpunkte kennt.

Bisher scheint das zu funktionieren, meint Johannes. Die Karte des Stadtteils der Webseite ist bereits gut gefüllt mit vielen kleinen Rattensymbolen - jede Ratte auf der Karte steht für eine Ratte, die jemand gesehen und gemeldet hat.

Johannes sagt, dass sich Rattenpopulationen nur grob schätzen lassen. Wenn man die Zahlen allerdings vergleicht, sind es in Paris im Vergleich zu Berlin mehr Tiere. Dort haben die Berliner Wasserbetriebe versucht, die Anzahl zu berechnen. Sie kommen auf 2,4 Millionen - das wären dann rund eine Million weniger Ratten als Einwohner in Berlin.

12.000 Einsätze gegen Ratten in Berlin

Bekämpft werden die Ratten bei uns in erster Linie von privaten Schädlingsbekämpfern. Der Berufsverband der deutschen Schädlingsbekämpfer hat für Berlin im vergangenen Jahr knapp 12.000 Rattenbekämpfungen gezählt. So häufig wurden also die Schädlingsbekämpfer in Berlin gerufen, um eine oder mehrere Ratten zu töten.

Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, weil in diesem Verband nicht alle Schädlingsbekämpfer in Berlin organisiert sind.  Einer von ihnen hat uns erzählt, wie er die Ratten und Mäuse in seine Fallen lockt: mit Nussnugatcreme.

"In den Schlagfallen selber ist eine Nussnugatcreme. Also: Mit Nussnugatcreme fängt man Mäuse und Ratten nicht mit Speck oder Käse."
Andreas Grunert, Schädlingsbekämpfer in Berlin

Getötet werden Ratten meistens mit Gift. Damit lassen sich mehrere der Tiere auf einmal erwischen, erklärt Johannes. Das machen auch die Stadtwerke und Wasserbetriebe so, um die Ratten in der Kanalisation zu erwischen. Kanalarbeiter fahren an die Orte, wo sie viele Ratten vermuten,  öffnen den Kanaldeckel und hängen Giftköder in die Schächte. Den Erfolg dieses Vorgehens kann man allerdings nicht messen.

Gift hat außerdem den Nachteil, dass es auch andere Tiere gefährdet. Greifvögel oder Füchse, die tote Ratten fressen und damit das Rattengift werden dann auch vergiftet. Ein ungefährlicheres Mittel: den Ratten die Nahrung wegnehmen. Also Essensreste immer im Müll entsorgen, nicht im Park liegen lassen und auch nicht daheim die Reste runterspülen.

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