Das Raumschiff Orion soll Menschen so weit ins Weltall bringen, wie noch nie. Eines der Bauteile, das Servicemodul, kommt aus Deutschland.

Das Servicemodul wird unten an die Kapsel des Raumschiffs montiert, in der die Menschen sitzen. Es bietet all das, was notwendig ist, damit Menschen im All überleben und sich dort bewegen können. In dem Modul befinden sich:

  • Treibstoff
  • Geräte und Werkzeuge
  • Atemluft
  • Wasser
  • Stromversorgung
"Das Servicemodul ist sozusagen der Motorraum und die Versorgungskapsel, die an der Kapsel steckt."
Michael Büker, Astrophysiker

Das Modul wurde von Airbus in Bremerhaven gebaut und ist von dort Anfang November 2018 auf die Reise in die USA gegangen. Das Ganze ist eine Kooperation zwischen der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa, die das Raumschiff plant und baut, und der europäischen Weltraumagentur ESA, die entsprechende Module zuliefert.

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Orion soll 2020 auf einer neuen Rakete, die von der Nasa parallel gebaut wird, ins All geschickt werden. Mit diesem Space Launch System (SLS) soll das Raumschiff zunächst unbemannt eine Runde um den Mond fliegen. Das Projekt trägt den Namen "Operation System 1". Wenn diese erste Erkundungsreise geglückt ist, dann sollen zwei Jahre später auch Menschen um den Mond herum geschickt werden.

Zeitplan für Raketenstart schon mehrfach verschoben

Ob der Plan wirklich so umgesetzt wird, ist fraglich. Denn in der Raumfahrt ist es relativ normal, dass sich die Dinge immer mal wieder verzögern, sagt Astrophysiker Michael Büker. Der wesentliche Grund sind die wahnsinnig hohen Sicherheitsbestimmungen.

"Man kennt es vielleicht aus der Luftfahrt, wo in einem Flugzeug buchstäblich jede Schraube und jede Niete in einem Katalog verzeichnet ist und regelmäßig geprüft wird."
Michael Büker, Astrophysiker

In der Raumfahrt sind die Sicherheitsvorkehrungen noch viel höher. Und deshalb kann sich der Zeitplan bei so einem Raumschiff, das noch nie geflogen ist und eines Tages auch Menschen ins All transportieren soll, immer mal wieder verzögern. Ein Problem, von dem auch die privaten Raumfahrtunternehmen betroffen sind. So ein richtiger Meilenstein ist das aber nicht, sagt Michael Büker:

"Wenn es 2022 gelingt mit der Exploration Mission 2 Menschen um den Mond herumkreisen zu lassen, dann ist die Nasa wieder auf dem Stand, den sie Ende 1968 hatte."
Michael Büker, Astrophysiker

Damals gab es den gleichen Flugplan für die Apollo 8: Von der Erde starten, einmal um den Mond rumfliegen und wieder zurück. Wann aber wieder auf dem Mond gelandet wird, wie es der Nasa 1969 gelungen ist, das steht in den Sternen und es ist nicht mal sicher, so der Astrophysiker, dass das noch in den 2020er Jahren wieder gelingen könnte.

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