Symptome sind Voraussetzung für einen Test auf das neue Coronavirus, Kontakt zu einer infizierten Person nicht mehr. Beim Umfang der Tests sieht die Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori noch Luft nach oben – besonders in der Altenpflege.

Eigentlich könnte in Deutschland mehr auf Covid-19 getestet werden. Wöchentlich wären über 800.000 PCR-Tests möglich – tatsächlich wird aber weniger getestet. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bereits Mitte April erklärt, dass die Testkapazitäten nicht ausgeschöpft werden.

"Es stimmt: Derzeit wird weniger getestet als möglich wäre."
Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori

Wie Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori erklärt, liegt das an den Kriterien für die Tests: Anfangs waren sie sehr streng, inzwischen konnten sie aber gelockert werden, auch weil nun mehr Tests zur Verfügung stehen als zu Beginn der Pandemie.

"Es ist wohl eher so, dass inzwischen so viel mehr Kapazitäten vorhanden sind, dass die alten Regeln nicht mehr passen, wer getestet werden soll und wer nicht."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Bereits am 24.04.2020 hat das Robert Koch-Institut seine Empfehlungen geändert. Eine Orientierungshilfe zeigt Ärztinnen und Ärzten, wie sie vorgehen sollen. Auch Menschen, die nur Anzeichen einer Atemwegserkrankung haben, können nun auf Sars-CoV-2 getestet werden. Grob gesagt: Ein Husten richt aus. Der Kontakt zu Infizierten ist kein zwingendes Kriterium mehr.

Bei Symptomen: Hausarzt anrufen

Wer Symptomen hat, sollte nach wie vor zunächst seinen Hausarzt anrufen. Dieser testet selbst oder sagt, wo es geht. Nun aber einfach jeden zu testen, also auch Menschen ganz ohne Symptome, sei nicht zielführend, meint Christina Sartori.

Eine Ausnahme macht sie aber doch: In Pflegeheimen oder der ambulanten Pflege wäre regelmäßiges Testen sinnvoll. Die Mitarbeier solcher Einrichtungen sollte man ihrer Meinung nach regelmäßig zwei, drei Mal die Woche auf das Coronavirus testen.

"In einem Pflegeheim kann sich das Virus ganz schnell mit fatalen Konsequenzen verbreiten: Gerade hier leben ja Menschen, die ein besonders hohes Risiko haben."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Inzwischen hat Gesundheitsminister Jens Spahn mehr Tests in Pflegeheimen angekündigt. "Ich hoffe, dass das schnell passiert", sagt Christina Sartori. Sie versteht, wenn sich beispielsweise Altenpfleger beim Testen und der Ausstattung mit Schutzausrüstung bislang von der Regierung im Stich gelassen fühlen.