Geschichten so unaufgeregt und langweilig, dass sie einen zum Einschlafen bringen: So sollen die Hörgeschichten von Ithar Adel klingen. Eine Erzählung, ohne jeglichen Spannungsbogen zu schreiben, sei aber gar nicht so einfach, sagt der Autor.

Eintönig und bloß nicht zu viel Spannung: Die Geschichten von Ithar Adel sind zum Einschlafen – und das ist auch gewollt. Schon am Anfang seiner Gute-Nacht-Geschichten macht der Berliner Autor klar: In den nächsten Minuten passiert nicht viel.

Es gibt keine Pointe, die am Ende der Story auf die Zuhörer wartet, sie müssen nicht befürchten, einen Teil der Geschichte zu verpassen. Denn: Sie sollen einschlafen – das ist Ithar Adels Ziel.

"Ich baue schon am Anfang der Geschichte ein Element ein, das klar macht: Hier passiert nichts Spannendes."
Ithar Adel, Autor von Gute-Nacht-Geschichten

Viele seiner Hörerinnen und Hörer würden es oft nicht zum Ende einer Erzählung schaffen. Gut so, findet der Autor. Im besten Fall sind sie mit einem angenehmen Gefühl in den Schlaf gefallen. Denn: Beim Schreiben achtet er darauf, Gefühle der Geborgenheit, Sicherheit und Dankbarkeit einzubauen.

In einer der Hörgeschichten geht es zum Beispiel um einen jungen Mann, der seine Lieblingstante besucht. Nachdem er ihr an einem sonnigen Tag bei der Gartenarbeit geholfen hat, schläft er auf einer Hollywood-Schaukel ein. An seiner Seite, eine schnurrende Katze. Das Haus seiner Tante ist ein Ort, an dem er in seiner Kindheit oft war. Es ist ein Ort, an dem er sich geborgen fühlt.

Angenehme Emotionen und Meditation

Handlungen wie diese findet Ithar Adel angenehmer, als die Hörer mit den Eindrücken eines Krimis in den Schlaf zu schicken. Denn: Sie sollen sich entspannen, sagt er. In viele der Geschichten bindet er daher klassische Bausteine aus der Meditation ein wie Atemübungen oder Körperreisen.

Diese Übungen würden ihm persönlich auch helfen, wenn er im Bett liegt und nicht abschalten kann, erklärt er. Dort, im Bett, seien viele seiner Hörgeschichten entstanden – das Bett ziehe er einem Büro vor.

Denn: Hier kann er sich am besten entspannen. Eine ruhige Umgebung sei essenziell, um auch eine Geschichte zu erschaffen, die ganz unaufgeregt ist, sagt Ithar Adel.

"Als ich mit den Einschlafgeschichten angefangen habe, sollten mir meine Freunde und Kollegen ein Feedback geben und oft fanden sie die Geschichten noch zu spannend."
Ithar Adel, Autor von Gute-Nacht-Geschichten

Gerade, als er mit dem Schreiben der Gute-Nacht-Geschichten angefangen hat, fiel es ihm schwer, absichtlich "langweilig" zu schreiben. Eigentlich arbeitet Ithar Adel gerne mit unterhaltenden und spannenden Elementen, daher müsse er sich immer wieder erneut konzentrieren, wenn es an die nächste Geschichte geht, erklärt er. Und das brauche eben Ruhe. Und Training. Aber: Anderen Menschen beim Einschlafen zu helfen motiviere ihn.

Die Hörgeschichten von Ithar Adel findet ihr in der Meditations-App von 7mind.