Der Schweizer Spitzenkoch Markus Arnold überlegt nicht lang, als er gebeten wird, einen Koch-Workshop in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zu geben. Dort hat er koreanischen Köchen die Schweizer Küche näher gebracht und gezeigt, wie er Kartoffeln zubereitet.

Wer eine Einladung nach Nordkorea bekommt, ist möglicherweise im ersten Moment verunsichert, ob er sie annehmen soll. So ging es auch dem Schweizer Koch Markus Arnold. Ein Freund von ihm organisiert regelmäßig Reisen in die kommunistische Diktatur. Er erhielt die Anfrage, ob er einen Küchenchef kenne, der einen Koch-Workshop für Gastronomiestudenten in der nordkoreanischen Hauptstadt geben könne. 

"In Nordkorea haben mir besonders die Pilzgerichte sehr gut geschmeckt - in jeder Variation. Und die Bibimbaps - ein koreanischer Reiseintopf - obwohl diese Bouillon, die sie da reinleeren, nicht so mein Fall ist. Ich hab die Bouillon selten in den Bibimbap rein getan."
Markus Arnold, Schweizer Spitzenkoch

Die Aufgabe: Die Studierenden sollten Einblicke in die Schweizer Küche erhalten und insbesondere lernen, wie man Kartoffeln auf verschiedene Arten zubereitet. Der Reiseveranstalter fragte seinen guten Freund, den Spitzenkoch Markus Arnold, und der sagte nach kurzer Überlegung zu. 

Vor der Abreise erhielt Markus einen Katalog mit Verhaltensregeln für den Aufenthalt in dem diktatorisch regierten Land. Nach seiner Ankunft wurden ihm zwei staatliche Mitarbeiter zur Seite gestellt, die als Übersetzer bei der Verständigung halfen. 

"Meine nordkoreanischen Schüler hatten einiges drauf: Sie konnten sehr gut schneiden, waren schnell in der Auffassungsgabe, haben Sachen, die ich ihnen gezeigt habe, sofort nachgekocht. Ich war schon beeindruckt. So viel hatte ich gar nicht erwartet."
Markus Arnold, Koch

Neben den Kochkenntnissen, die Markus den Studenten vermittelte, ließ er sich im Gegenzug auch zeigen, wie man ein koreanisches Kimchi traditionell zubereitet. Seit seinem Aufenthalt in Nordkorea bietet er in seinem Restaurant "Steinhalle" in der Schweiz auch einige koreanische Gerichte an. 

Schweizer Koch Markus Arnold zeigt, wie man ein Rösti in der Pfanne wendet.
© Anders Stoos

Nach seinem Workshop in Nordkorea hat Markus Arnold noch einen Abstecher nach Südkorea gemacht. Die Küchen von Nord- und Südkorea haben zwar denselben Ursprung, trotzdem wird der Unterschied sehr deutlich, sagt der Spitzenkoch. In Nordkorea gibt es sehr ursprüngliche und günstige, aber auch sehr schmackhafte Gerichte. 

Teure Zutaten wie Fleisch und Fisch gibt es sehr selten. Das ist in Südkorea anders. Hier kommen teure Zutaten häufiger zum Einsatz und auch internationale Einflüsse ließen sich bei den Kostproben, die Markus Arnold genommen hat, rausschmecken, sagt der Koch. 

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