Sibirische Rentier-Hirten haben jetzt aber den Kadaver eines Höhlenbären gefunden, der rund 39.000 Jahre alt ist. Er ist für sein Alter sehr gut erhalten: Fell, Muskeln und Gewebe sind in gutem Zustand. Forschende untersuchen den Kadaver aus dem Permafrost-Boden.

Der gefundene Höhlenbär, den der tauende Permafrost-Boden freigegeben hat, ist so gut erhalten, dass das braune Fell, die Organe und selbst die Schnauze des Tieres "taufrisch" wirken. Die Siberian Times hat Fotos des Höhlenbären veröffentlicht.

Forschende der Uni in Yakutsk haben das Alter des Kadavers auf 39.000 Jahre geschätzt. Jetzt wollen sie das Alter per Radiokarbon-Analyse noch genauer bestimmen. Das ist der erste Bärenkadaver, der so alt und so gut erhalten ist.

"Die Organe sind zum Beispiel noch alle da. Die Muskeln teilweise auch noch. Das Fell sieht auch echt noch ganz gut aus, immer noch eine schöne braune Färbung."
Nele Rößler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Der Fund hat allerdings eine unerfreuliche Ursache: Wegen der Klimakrise taut der Permafrostboden immer weiter auf. Dadurch findet man Tiere, die über tausende von Jahren im sibirischen Eis konserviert waren. Bisher wurden schon Mammuts oder Wollnashörner entdeckt.

Forschende erhoffen sich neue Erkenntnisse

Die Forschende werden nun wahrscheinlich ähnliche Untersuchungen an dem Bärenkadaver vornehmen, wie bei den Überresten der Wollnashörner, die zuvor aus dem Permafrostboden geborgen wurden, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Nele Rößler.

Bei Wollnashörnern war es den Forschenden gelungen, die DNA zu extrahieren. So haben Forschende unter anderem herausgefunden, dass Wollnashörner eine besonders gute Kälteanpassung hatten. Auch die Verwandtschaftsbeziehungen können dadurch besser geklärt werden.

Erst kürzlich wurde beispielsweise darüber berichtet, dass Zellen von Mammuts reaktiviert werden konnten, indem man das Erbgut in Mauszellen übertragen hat.

"Wegen des Klimawandels taut der Permafrostboden ja mehr und mehr auf. Dadurch findet man Tiere, die über tausende von Jahren im sibirischen Eis konserviert waren."
Nele Rößler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wenn die Forschenden alle Untersuchungen durchgeführt haben, soll der Höhlenbär präpariert und in einem Museum ausgestellt werden.