Sneaten setzt sich zusammen aus den Wörtern "eat" und "sneak", was so viel bedeutet wie sich eine Essenseinladung zu erschleichen. Anscheinend wird das Nicht-Zahlen mit dem ganzen Online-Dating wieder populärer. Zumindest wird Sneating gerade zum neuen Trend ausgerufen.

Dass jetzt darüber gesprochen wird, liegt einerseits daran, dass "Sneating" einen Namen bekommen hat und andererseits auch an einem Artikel auf der Webseite Whimn. Darin beschreibt eine Frau, dass sie sich in sechs Monaten 40 Mal zum Essen hat einladen lassen – beziehungsweise hat sie sich die Einladungen erschnorrt.

Sneaten: Rückfall in alte Geschlechterrollen

In ihrem Beitrag erzählt die Autorin, wie sie das erst Mal zum Sneating kam. Sie hatte sich mit einem Mann verabredet, den sie von Tinder  kannte. Als sich die beiden trafen, musste sie feststellen, dass er nicht so aussah wie auf den Fotos, die er gepostet hatte. Sie fühlte sich hintergangen und dachte sich, dass er ihr dafür zumindest ein Essen schulde. Als die Rechnung kam, versuchte sie bewusst zu vermeiden, ihre Hälfte zu zahlen. Am besten macht man das nicht ganz so auffällig, sondern verschwindet mal eben kurz zur Toilette.

Auf Refinery29 schreibt eine Autorin, dass sich ihre Mutter früher hat einladen lassen, weil sie kein Geld hatte. Die Begründung ist eine andere, aber hier bleibt die Frage, ob essen gehen das Richtige ist, wenn man oder frau gerade nicht viel Geld hat.

Lieber selbst zahlen und den Abend genießen

Klar, beide Seiten können sneaten. Vielleicht schweigen die Männer darüber, wenn sie sneaten. Aber es sind eher Frauen, die darüber berichten. Und vermutlich lassen sich doch häufiger Frauen einladen und die Männer zahlen die Rechnung. Für viele – Frauen und Männer – ist es weiterhin der Klassiker, dass er das Essen zahlt. Beim Sneating kommt aber noch etwas dazu: nämlich das bewusste Vermeiden, sich an der Rechnung zu beteiligen.

Aber will frau sich einladen lassen, wenn klar ist, dass sie ihr Gegenüber nie mehr wiedersehen will? Bei der US-Fernsehsendung The Today Show kommentierte eine Frau dazu, dass sie sich viel lieber selbst in ein schickes Restaurant einlädt als mit jemanden den Abend zu verbringen, den sie blöd findet.

Mehr zum Thema auf Deutschlandfunk Nova:

  • So zerstören Tinder & Co. die Liebe  |   Dating-Apps wie Tinder, Grindr und Co. rauben Zeit, machen Liebe zum Konsumgut - und echte Partner findet man dort eher selten, sagt der schwule DJ und Blogger Berry E.
  • Benching ist das neue Ghosting  |   Eine neue Methode, ein nicht mehr erwünschtes Date auf Abstand zu halten, hat das NYMagazine ausgemacht. Benching heißt so viel wie: auf die lange Wartebank verschieben.
  • Schluss machen durch verschwinden  |   Ghosting-Opfer werden einfach verlassen. Und müssen von alleine drauf kommen, dass die Beziehung wohl zu Ende ist. Damit zurechtzukommen ist schwierig.