Torsten Schreiber liefert mit dem Sozialunternehmen Africa Greentec Solar-Strom-Container nach Mali. Nachhaltiges Wirtschaften ist für alle gut, sagt der Sozialunternehmer.

Als Sozialunternehmer hat Torsten Schreiber nicht das Ziel, Armut zu bekämpfen, seine Solar-Strom-Container stellt er bewusst in Dörfern auf, in denen er wirtschaftliches Entwicklungspotenzial sieht. Er sieht sein Unternehmen zwischen NGOs, die nach humanitären Grundsätzen arbeiten, und Wirtschaftsunternehmen, die allein auf Rendite aus sind.

Torsten Schreiber hatte bereits die Crowdfunding-Plattform Bettervest mitaufgebaut, die Energieeffizienzprojekte unterstützt, als 2014 die Idee aufkam, in Mali ein Energieprojekt zu starten. Torstens Frau kommt aus Mali und ihre Familie hatte ihm vorgeschlagen, sich Gedanken über eine bessere Energieversorgung im Land zu machen. In Mali sind 12.000 Dorfgemeinschaften ohne Stromverserorgung.

Ideen für nachhaltige Energiegewinnung fördern

Also ist Torsten in die Hauptstadt Malis gereist. In Bamako hat er sich mit dem Energieminister getroffen und "mit Erschrecken festgestellt", wie mit alten Dieselgeneratoren aus den 1960er Jahren Strom erzeugt wird - in einem Land, das zweieinhalb mal mehr Sonnenstunden hat als Deutschland. Für Torsten war klar: Die richtige Energieart für ein Land wie Mali ist nicht Diesel.

"Die richtige Energieart für ein Land wie Mali ist solar."
Torsten Schreiber von Africa Greentec

Torsten hat daraufhin das Start-up Africa Greentec gegründet, das Solar-Strom-Container, auch Solartainer genannt, herstellt. Dieser Solartainer kann 50 Kilowatt peak Solarenergie herstellen. Damit kann dieses Container-Kraftwerk in Mali 400 Haushalte versorgen. "Das ist relativ viel Strom für die Region", sagt Torsten. 

Energie plus Netz

Zusätzlich ist die Anlage mit einem Lithiumspeichersystem ausgerüstet, einem modernen Energiespeicher, vergleichbar mit dem in Elektroautos, mit einer sehr hohen Dichte, sagt Torsten. Somit können mit der Energie auch Industriemaschinen betrieben werden. Über eine satellitengestützte  Anlage versorgt der Solartainer die Gegend auch noch mit Internet. "Das ermöglicht uns, viele verschiedene Dienstleistungen anbieten zu können", sagt Torsten.

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Der Solartainer wird in Deutschland hergestellt und dann nach Mali verschifft. Am Einsatzort faltet sich dann das Kraftwerk aus dem Container heraus, die ausziehbaren Arme und das Dach werden in Position gebracht. Der Vorteil: Das Kraftwerk lässt sich genauso schnell wieder zusammenfalten und an einem anderen Ort einsetzen. Und noch ein Vorteil: Der Strom aus dem Solartainer kostet nur ein Viertel der Kilowattstunde aus den alten Dieselgeneratoren und ist zuverlässiger.

"Die Anlagen sind für die Menschen so etwas wie der große Hoffnungsstern. Deshalb beschützen sie auch die Anlagen wie ihren Augapfel."
Torsten Schreiber von Africa Greentec

Inzwischen liefert Torsten auch Solartainer nach Niger, ein Land, in dem nur ein Prozent der Bevölkerung Zugang zum Stromnetz hat.

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