Auf dem Youtube-Kanal "The Slingshot Channel" führt Jörg Sprave selbstgebaute Schleudern vor, die schon mal die Größe einer Panzerfaust erreichen können. Nach Ärger mit der Videoplattform will Sprave mit der Gründung einer Gewerkschaft seine und die Rechte anderer Youtuber stärken.

Jörg Sprave ist Youtuber und sein Kanal "The Slingshot Channel" mit fast zwei Millionen Abonnenten einer der Hits des Portals. Jörg Sprave hat seinen Kanal vor zehn Jahren gegründet: Er arbeitete damals bei einer Firma für Video-Equipment und sollte testen, ob man mit den Geräten Youtube-Videos in einer guten Qualität herstellen kann. 

"Der Kanal war Nebenprodukt einer ganz anderen Absicht."
Jörg Sprave, Betreiber des Youtube-Kanals "The Slingshot Channel"

Und da er damals gerade wieder mit seinem alten Hobby – Zwillen, also Schleuderwaffen bauen – angefangen hatte, wurde diese Leidenschaft zum Inhalt des ersten Videos. Viele Leute fanden das gut – und Jörg Sprave machte weiter.

Über 300 Millionen Views habe er inzwischen auf seine Videos bekommen, erzählt er uns. Laut Google Analytics kommen die Klicks zu 95 Prozent von Männern, die meisten zwischen 25 und 35 Jahre alt, die meisten aus den USA. Den größten Erfolg hatte er 2013 mit einem Video, in dem er eine Kondomschleuder vorstellte.

Ärger mit Youtube

Neben Schleudern testet er inzwischen auch Action-Cams, Gewehre, Pistolen und Sicherheitswesten. Manchmal geht es in seinem Kanal durchaus martialisch zu: Durch gezielten Beschuss werden Autos und ähnliches zerstört. In den letzten Jahren ist Sprave dann aber immer mal wieder mit der Plattform aneinandergeraten. 

"Bis zum Frühjahr letzten Jahres war mein Verhältnis zu Youtube hervorragend."
Jörg Sprave

Für die bisweilen martialisch anmutenden Inhalte wurde "The Slingshot Channel" abgemahnt – Youtube zog die Abmahnung wenig später aber wieder zurück. Vor ein paar Monaten hat Jörg Sprave dann eine Art Gewerkschaft gegründet, die dafür kämpft, dass Youtube die Youtuber fairer behandelt. Kernforderung ist, dass die Plattform Youtuber ausschließlich dann in ihrem Wirken einschränkt – also etwa Videos versteckt oder weniger prominent anzeigt – wenn diese gegen die Guidelines verstoßen.

"Tendenz zu weichgespülten Videos" 

"Mit einer Zwille, die einen Mercedes zerstört, haben die meisten Anzeigenschalter keine Probleme", glaubt Sprave. Weil Youtube die Inhalte aber kategorisiere, würden seine Videos jetzt in dieselbe Kategorie eingeordnet wie Abtreibungsvideos. Damit fliege auch er als potentieller Abnehmer für Anzeigenkunden aus dem Raster, obwohl das Video von einer Klobürsten-Zwille oder einer Riesenzwille handelt, die Bowlingkugeln verschießt.

Genau das will er ändern: Dass nicht Youtube (durch seine Empfehlungen) entscheiden darf, was die Leute schauen sollen. Die Tendenz gehe ganz klar zu "weichgespülten Videos" wie Kochrezepten oder Schminktipps.

Wenn ihr das ganze Gespräch mit Jörg Sprave hören wollt, klickt oben auf das Audio!

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