Jetzt ist Herbst. Die Sonne steht flacher am Himmel und schafft es kaum noch in unsere dunkle Bude. Deutschlandfunk-Nova-Düsentrieb Moritz Metz hat uns die eigene Sonnenlichtversorgung 'genetzbastelt'.

Mit der Tag- und Nachtgleiche, dem "Äquinoktium" werden die Tage kürzer als die Nächte. Die Sonne wandert in immer flacheren Bahnen über den Horizont - und schafft es womöglich nicht mehr durchs Küchen- oder Wohnzimmerfenster. Wie also in schattigen Winkeln die Sonnenlichtversorgung klarstellen, für genügend Vitamin D sorgen - ganz ohne auf die Kanaren zu jetten?

Im bisher aufwendigsten Projekt unserer Selbermachserie Netzbasteln bauen wir einen automatischen Sonnen-Spiegel. Aus Uhrzeit und GPS-Position berechnet der sogenannte Heliostat (griechisch etwa "stehende Sonne") den aktuellen Sonnenstand - um sich dank Motoren jede Minute aufs Neue so auszurichten, dass das Sonnenlicht an die immer gleiche Stelle reflektiert wird, damit sie zum Beispiel direkt ins Wohnzimmerfenster scheint!

Halbes Jahr Bauzeit für eigenen Heliostat

Mindestens ein halbes Jahr hat Deutschlandfunk-Nova-Düsentrieb Moritz Metz an der Sonnenscheinmaschine getüftelt: Freestyle, mit Inspirationen aus dem Internet. Auf einen standsicheren Stahlrahmen hat Moritz eine abgeschnittene Fahrradgabel geschweißt, und an die Radnabe einen Aluminiumspiegel montiert. 

Stromversorgung aus der Solaranlage

Die Bewegung erzeugen Trapezspindel-Linearaktuatoren mit Schrittmotoren, die Steuerung ein Arduino-Mega-Minicomputer, ein selbst gelötetes "Shield" und die Software vom Open Sun Harvesting Project. Den Strom generiert eine Solaranlage aus Netzbasteln #079. Weil, klar: Ohne Sonnenschein ist jeder Heliostat nutzlos.