Egal ob iPhone oder Galaxy – die Preise von Smartphones sind über die Jahre immer weiter gestiegen. Dafür gibt es verschiedene Gründe, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte. 

Für die meisten von uns geht es nicht mehr ohne: Das Smartphone begleitet uns jeden Tag. Wir sind quasi abhängig. Das wissen auch die Tech-Konzerne, bei denen viele alle paar Jahre ein neues Modell kaufen. Seit ein paar Jahren steigen die Preise an, wie das US-amerikanische Onlineportal "The Verge" berichtet.

Schon auf dem US-amerikanischen Markt lassen sich die höheren Preise erkennen: Ein "Galaxy S7" von Samsung hat zum Beispiel vor drei Jahren noch 670 US-Dollar gekostet – heute hat die billigste Variante des "Galaxy S10" einen Preis von mindestens 900 Dollar. Das sind 230 Dollar mehr. Beim iPhone von Apple ist es noch extremer: Vor drei Jahren kostete das "iPhone 7" rund 650 Dollar. Heute sind es 1000 Dollar beim aktuellen "iPhone XS". Der Preis ist um 350 Dollar gestiegen.

Inflation und gewinnorientierte Unternehmen

Dabei macht "The Verge" verschiedene Gründe für die steigenden Preise aus: Einer der banalsten ist die Inflation. Ein Smartphone, das 2010 rund 650 Dollar wert war, ist heute rund 750 Dollar wert. Die Preise sind einfach weltweit gestiegen, sagt Martina Schulte.

"Weil Apples Erfolg sehr stark am iPhone hängt, dachten sich die Jungs und Mädels in Kalifornien: Machen wir doch die iPhones einfach teurer."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Hinzu kommt ein übersättigter Markt. "The Verge" hat sich die Zahlen von Apple angesehen: 2016 machte das Unternehmen erstmals weniger Gewinn – damals waren die Preise der iPhones noch vergleichsweise günstig. Die User waren es leid, alle zwei Jahre ein neues Smartphone zu kaufen. Aber das iPhone galt als Statussymbol und Apple machte es einfach teurer und damit exklusiver. Die Strategie bewährte sich und der Rest des Marktes zog nach. Heute kostet ein Spitzenmodell von Apple mit dem größtmöglichen Speicher um die 1500 Dollar.

Mehr Technik für mehr Geld

Eine komplette Abzocke sei das allerdings nicht, meint Martina Schulte. Denn für mehr Geld bekommen Kundinnen und Kunden in der Regel auch mehr: mehr Speicher, schnellere Prozessoren, eine noch bessere Kamera. Meist sei also eine bessere Technik verbaut. Zum Vergleich: Die Teile im "iPhone 4" kosteten 2010 weniger als 190 Dollar. Die Einzelteile eines "iPhone XS Max" summieren sich heute auf knapp 400 Dollar - das haben die Journalisten von "The Verge" errechnet.

"Insgesamt kann man sagen, dass in den heutigen Geräten hochwertigere Technik verbaut ist."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

In Zukunft könnte sich die Preisspirale zwar weiterdrehen, aber es gibt auch Ausnahmen: Die großen Hersteller bieten mittlerweile auch günstigere Modelle an – für Menschen, die solch teuren Smartphones weder brauchen noch wollen. Parallel gibt es eine Entwicklung hin zu immer aufwendigeren Modellen mit ganz neuen Preisdimensionen. Das neue faltbare Smartphone von Samsung "Galaxy Fold" soll beispielsweise rund 2000 US-Dollar kosten und kommt im Mai 2019 auf den Markt. Die Grenze nach oben scheint also offen.

"Wenn du immer das heißeste, schnellste, neueste Topmodell willst, dann bringen die neuen faltbaren Smartphones noch mal eine ganz neue Preisdimension. Hier reden wir dann über Preise von um die 2000 Dollar."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

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