Katzen sind verschmust, aber auch ganz schön eigensinnig. Und eigentlich wollen sie gar nicht von uns als Haustiere gehalten werden. Ihre Halter sehen das natürlich anders.

Das ist so typisch Katze: Sie kommt zu uns, schlängelt sich, um Aufmerksamkeit heischend, ums Bein, wir beugen uns zu ihr runter, die Katze haut ab. Katzen sind sehr eigensinnige Tiere - ihnen wird ein eigener Wille nachgesagt, aber manchmal - wenn Katze will - sind sie ja auch verschmust und lassen sich streicheln. 

Team Hund oder Team Katze

Die deutliche Mehrzahl der Deutschen ist Team Katze. 13,4 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. Bei Hunden sind es gerade mal 8,4 Millionen. Sie kommen auf Platz zwei. 

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Laut Klischee sind Katzen ja eher das Gegenteil von Hunden, die als menschenfixiert und treu gelten. Katzen sagt man eher eine geringe Bindung an den Menschen nach, was von wissenschaftlichen Studien teils bestätigt, teils aber auch widerlegt wird. 

Mit der Frage, ob Katzen darauf hören, wenn wir sie rufen, haben sich japanische Forscher schon einmal beschäftigt. Ergebnis der Studie: Bis zu 70 Prozent unserer Katzen erkennen zwar die Stimme ihres Besitzers - und registrieren es auch, wenn sie mit Namen gerufen werden - aber nur 10 Prozent der Katzen folgten auch diesem Ruf. 

"Katzen geht der Wille ihres Besitzers am Hintern vorbei."
Biologe Mario Ludwig, Deutschlandfunk Nova

Katzen mögen extrovertierte Menschen

Dass Katzen aber auch durchaus eine enge Bindung zu ihrem Frauchen oder Herrchen aufbauen können, belegt eine andere Studie von mexikanischen Wissenschaftlern. Sie haben mit Katzen den "Strange Situation Test" gemacht, wobei Katzen alleine in einen für sie fremden Raum gebracht werden - entweder zusammen mit ihrem Besitzer oder mit einer fremden Person. Anschließend werden die jeweiligen Reaktionen der Katze ausgewertet. Die mexikanischen Wissenschaftler konnten beobachten, dass die Katzen dabei einen deutlich längeren Körperkontakt mit ihrem Halter hatten als mit der fremden Person.

Was in anderen Zusammenhängen zwar beobachtet, aber noch nicht erforscht wurde, ist, dass Katzen durchaus empfänglich für menschliche Emotionen sind. Beispielsweise gehen sie eher auf Menschen zu, die sich in extrovertierter oder aufgeregter Stimmung befinden und suchen seltener die Nähe von Menschen, die traurig und deshalb zurückgezogen sind.

Hauskatzen haben Stress

Ob die 13,4 Millionen Katzen, die in deutschen Haushalten leben, aber wirklich bei uns zu Hause sein wollen, muss zumindest kritisch hinterfragt werden, denn gemessen an der Ausschüttung von Stresshormonen fühlen sich Katzen in Freiheit wohler als als Haustier.

Um zuletzt aber auch noch diese existenzielle Frage aller Katzenbesitzer zu klären: Was bin ich für mein Tier? Die Antwort liefert der englische Biologe John Bradshaw, der Katzen 30 Jahre lang studiert hat: Bradshaw glaubt, dass die Katzen Herrchen und Frauchen für eine gelungene Mixtur aus Ersatzmutter und größeren, ihnen nicht feindlich gesinnten Katzen halten. 

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