Unerwartet lässt der Sittich die Flügel hängen, bleibt das Kaninchen im Stall liegen oder kippt der Hund einfach um. Haustierbesitzer wollen immer öfter wissen, was die Ursache für den plötzlichen Tod war und lassen ihr Haustier von einem Tierpathologen obduzieren. Für die Landwirtschaft und Zoos ist es oft unerlässlich, verstorbene Tiere untersuchen zu lassen. 

Wenn das Haustier plötzlich verstirbt, ist das ein ziemliches Drama. Haustierbesitzer fragen sich, woran das Tier verendet ist und ob sie möglicherweise selbst schuld daran sind: Wurde das Tier vergiftet oder starb es an einer natürlichem Todesursache?

Besitzer, die das Haustier als Sozialpartner und gleichwertiges Familienmitglied betrachten, sind deshalb bereit, rund 120 Euro für die Obduktion zu bezahlen.

"Am ersten Tag hier haben wir einen kleinen Hund zerlegt, der hatte die Größe meines Hundes. Das war dann schon etwas anderes. Aber jetzt über die Tage gewöhnt man sich daran und kann auch damit umgehen."
Lisa, Studentin der Tiermedizin
Ein Facharzt für Tierpathologie untersucht eine tote Ente.
© imago | photothek
Ein Facharzt für Tierpathologie untersucht eine tote Ente.

Unsere Reporterin Vanja Budde besucht zum ersten Mal eine Tierpathologie. Der Anblick eines gehäuteten Hundes auf dem Seziertisch setzt ihr zu. Eine Studentin der Tiermedizin, die sie interviewt, erzählt, dass es ihr anfangs genauso ging. 

Sowohl Obduktionen bei Menschen als auch bei Tieren erfolgen nach einem genau vorgegebenen Prozedere: 

  • äußerliche Beschau
  • Fell abziehen
  • Tier aufschneiden
  • Organe entnehmen 
  • Gewebeproben analysieren
  • Rippen brechen 
  • Knochen knacken

Für jemanden, der das noch nie gesehen hat, erinnert die Vorgehensweise an die Arbeit eines Metzgers und wirkt auch zum Teil etwas rabiat. Besonders bei sehr großen Tieren wie Elefanten müssen die Pathologen eine Kettensäge ansetzen, um durch die Knochen zu kommen. 

Dabei handelt es um ein beschreibendes und diagnostisches Verfahren, um  krankhafte Vorgänge und Zustände im Körper zu untersuchen. 

Zoos und Gerichte beauftragen Tierobduktionen

Hauptsächlich kommen tote Tiere von Tierkliniken, Tierärzten, Landwirten, Zoos und Privathaltern in die Tierpathologie. Beispielsweise wollen die Auftraggeber wissen, ob möglicherweise eine Infektion vorlag. Das kann wichtig sein, wenn man mehrere Tiere in einem Stall hält und wissen möchte, ob weitere Tiere gefährdet sind. 

Den Schuldigen finden

Auch Staatsanwälte können Tierobduktionen beauftragen, wenn beispielsweise der Verdacht auf eine Straftat besteht, Tierquälerei zum Beispiel. Nach der Obduktion erstellen die Tierpathologen ein Gutachten, dass bei der Aufklärung helfen kann. 

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