In einem US-Nationalpark mussten aggressive Bergziegen ausgeflogen werden, weil sie es anscheinend auf den Schweiß und Urin der Wanderer abgesehen hatten und diese angegriffen haben.

Über 300 Ziegen wurden per Hubschrauber aus dem Olympic National Park im US-Staat Washington geflogen. Sie hatten dort wohl Randale gemacht. Vor allem Wanderer haben sich durch die Ziegen bedroht gefühlt. Die fanden nämlich das Salz im Urin und Schweiß der Wanderer sehr anziehend. Benjamin Ibler, Kurator für Huftiere im Zoologischen Garten Köln, sagt, dass Salz in der Natur eben nicht so oft vorkommt. 

"Wir reden hier von Schneeziegen. Das sind schon ziemlich große Gesellen. Die sind robuster als Menschen. Auch wenn die es nicht böse meinen, kann es sein, dass die etwas ruppig werden."

Das Natrium im Salz sei wichtig etwa für die Nervenzellen im Körper und darum hätten die Tiere die Wanderer nicht in Ruhe gelassen. Die Schneeziegen hätten keine bösen Absichten, meint Ibler, aber sie könnten eben etwas unangenehm werden.

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Außerdem gebe es vielleicht eine Gewöhnung an die Wanderer. Ein Tier, das vom Menschen gefüttert wird, werde diesen vielleicht als Schwächling einstufen, denn der Mensch könne ja – aus Sicht der Tiere – nicht ordentlich auf sein Essen aufpassen, so Benjamin Ibler.

"Tiere, die die Nähe zu Menschen gelernt haben und ihren Salzhaushalt ausgleichen wollen, denken: 'Ich probiere mir hier mal mein Glück!'"
Benjamin Ibler, Kurator für Huftiere im Zoologischen Garten Köln

So würden die Ziegen einfach in die Nähe der Menschen gehen und eben versuchen Salz zu bekommen, sagt Ibler, denn Salz den Tieren auch einfach gut schmecken.

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