Eine Merkmal moderner Architektur sind ausgedehnte Glasfassaden. Viele Vögel erkennen Fensterscheiben aber nicht als Hindernis, fliegen mit voller Wucht dagegen und verenden dann. Ein Architekt hat nun eine bedruckte Folie verwendet, die auf Glasscheiben aufgeklebt wird. Sie bewahrt die Vögel davor, an das Fenster zu prallen - und wird von den Menschen im Gebäude selten wahrgenommen. 

Bushaltestellen, Wintergärten und Hochhäuser mit verglasten Fassaden - sie alle werden für Vögel zum tödlichen Hindernis. Auch beim Bundesbildungsministerium sind die einzelnen Gebäudetrakte durch gläserne Tunnel verbunden. Was für die Mitarbeiter praktisch ist, ist für viele Vögel tödlich. In den Innenhöfen des Ministeriums, rund um die gläsernen Stege, liegen regelmäßig tote Vögel: Tauben, Sperlinge, Schnepfen und viele andere Arten. Sie erkennen die Scheibe zum Beispiel nicht, wenn sich der Himmel darin spiegelt. 

"Wenn sie fliegen, dann gehen sie einfach davon aus, dass dort kein Hindernis im Luftraum ist."
Heiko Haupt, Biologe beim Bundesamt für Naturschutz

Christian Pelzeter ist Architekt. Er hat das Bundesbildungsministerium konzipiert. Dass sich die gläsernen Tunnel zur Vogelfalle entwickeln würden, war ihm nicht klar. Er gab sich nicht damit zufrieden, dass regelmäßig Vögel an die Scheiben prallen und suchte eine Lösung. Schwarze Silhouetten von Greifvögeln, die auf vielen Fensterscheiben kleben, sollen Kollisionen verhindern, bringen aber kaum etwas.

"Ob sie eine Silhouette, einen Kreis oder ein Quadrat auf eine Glasscheibe kleben: Die Vögel nehmen dann die Silhouette als Hindernis wahr, aber prallen dann genau daneben ans Glas.“
Heiko Haupt, Biologe beim Bundesamt für Naturschutz

Der Architekt suchte nach Lösungsmöglichkeiten und verwendet eine vom Bund für Umwelt und Naturschutz entwickelte Folie. Auf ihr befindet sich ein Muster aus kleinen grauen Stäbchen - die sehen aus wie zwei Pommes Frites, die nebeneinander liegen. Der Abstand zwischen den Strichen darf maximal so breit wie eine Handfläche sein, da die Vögel das Muster sonst nicht mehr wahrnehmen können. 

Das Auge filtert das Muster heraus

Eine Sorge des Architekten war, dass das Muster die Angestellten stören würde, wenn sie hinausblicken. Letzten Endes haben sie es aber gar nicht als besonders störend wahrgenommen.

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