Wie lässt sich Öl aus dem Meer beseitigen? Mit einem Magneten. Deutsche Forscher haben dieses Verfahren jetzt ausprobiert. 

Forscher von der Universität Erlangen-Nürnberg haben eine scheinbar einfache, aber sehr effektive Methode entwickelt, um Meere von Ölteppichen zu befreien. Dafür nutzen sie Eisenoxid, das sie mit einer Säure behandeln. Durch die Säurebehandlung wird das Eisenoxid, super oleophil, das bedeutet, es zieht Öl sehr stark an. Bis zu 14 Mal mehr Öl als das eigene Gewicht kann ein Eisenoxidstück um sich herum ansammeln. Wenn das Eisenoxid das Öl erst mal angezogen hat, nutzen die Forscher einen Magneten, um den Klumpen aus dem Wasser zu ziehen. Das Eisenoxid lässt sich erneut verwenden, nachdem es vom Öl gereinigt wurde.

"Stoffe wie Rohöl, Benzin oder Diesel kleben am Eisenoxid fest. Dann hast du also einen Klumpen, in der Mitte den Eisenoxid-Kern, ringsherum das Öl oder Benzin."
Tina Kießling, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Bisherige Methoden nicht effektiv genug

Bisher werden Ölteppiche, die sich im Meer bilden, häufig verbrannt. Das Problem: Dadurch gelangen umweltschädliche Stoffe in die Atmosphäre. Oft wird auch versucht, Ölteppiche aufzulösen. Allerdings bleibt das Öl dabei im Wasser, sinkt auf den Meeresboden oder wird von Mikroorganismen zersetzt. Es gibt auch die Möglichkeit, das Öl mit Pumpen abzusaugen. Öl lässt sich aber nicht so gut von Wasser trennen und deswegen wird bei diesem Verfahren auch viel Wasser mit abgesaugt. 

Nur ein Bruchteil des Öls aus dem Meer geholt

Nach der Katastrophe der Deepwater Horizon konnten nur rund 20 Prozent des Rohöls aus dem Meer geholt werden. Der Rest ist entweder auf den Grund gesunken oder hat sich verteilt. 

Bereits kommerziell herstellbar

Bei der Entwicklung der neuen Methode mit dem Eisenoxid haben die Forscher darauf geachtet, dass die einzelnen Komponenten - die Säure und das Eisenoxid - bereits kommerziell hergestellt werden können. Das hält die Kosten geringer. Außerdem war es für die Wissenschaftler wichtig, dass durch die neue Methode keine giftigen Bestandteile ins Meer geraten – das Ökosystem also nicht belastet wird. Bleibt eine sehr wichtige Aufgabe für die Wissenschaftler: Sie müssen herausfinden, wie sich die einzelnen Bestandteile möglichst günstig herstellen lassen. 

Mehr zum Thema: