Mit Bernie Sanders sind sie zu elft. Damit haben die US-Demokraten genügend Kandidaten für die nächsten Präsidentschafts-Wahlen. Unter ihnen mag es Ähnlichkeiten geben – die programmatischen Unterschiede zu Donald Trump sind hingegen überdeutlich.

Der unabhängige Senator Bernie Sanders möchte 2020 erneut als Präsidentschaftskandidat für die Demokraten antreten. Der 77-Jährige twitterte, er wolle eine beispiellose Graswurzelbewegung in Gang setzen. Er steht für Positionen, die sich im politischen Spektrum in Deutschland wohl am ehesten bei der SPD finden. Für amerikanische Verhältnisse, auch innerhalb des demokratischen Spektrums, steht er damit relativ weit links.

Der Senator für den Bundesstaat Vermont war 2016 im Vorwahlkampf der Demokraten im Rennen gegen Hillary Clinton gescheitert. Die Kandidatur von Bernie Sanders ist keine Überraschung, sagt Thilo Kößler, unser Korrespondent für Washington.

"Bernie Sanders steht für eine Graswurzelbewegung, die er als demokratischer Gegenkandidat gegen Hillary Clinton in Szene gesetzt hat."
Thilo Kößler, Korrespondent für Washington

Insbesondere durch die Finanzierung des Wahlkampfs ist Bernie Sanders eine Ausnahme. Thilo Kößler erinnert daran, dass Bernie Sanders seinen Wahlkampf 2016 mit kleinen Spenden – insbesondere von jungen Wählerinnen und Wählern – finanziert und kein Geld von den sogenannten Super-Pacs angenommen habe.

"Er hat seinen Wahlkampf mit kleinen Spenden organisiert – im Durchschnitt 27 Dollar. Die Studenten, die Jungen haben im Grunde diesen Wahlkampf finanziert."
Thilo Kößler, Korrespondent für Washington

Allerdings gehe von seiner Kandidatur wegen seines relativ hohen Alters eher kein Aufbruchsignal aus, meint Thilo Kößler. Bernie Sanders müsse sich erst im linken Spektrum der Partei durchsetzen – ohne das innerparteiliche Feindbild Hillary Clinton.

"Er ist muss sich im linken Spektrum durchsetzen. Das Feindbild Hillary Clinton im deomkratischen Lager fällt flach."
Thilo Kößler, Korrespondent für Washington

Den amtierenden Präsidenten Donald Trump bezeichnete Bernie Sanders als krankhaften Lügner, einen Rassisten, Sexisten und Ausländerfeind – im untenstehenden Video etwa bei der 49. Sekunde. Donald Trump untergrabe die amerikanische Demokratie, indem er den Staat in eine autoritäre Richtung führe.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Seit 2016 ist die Konkurrenz auf demokratischer Seite größer geworden. Bisher sind mit Bernie Sanders 11 demokratische Kandidaten im Rennen. CNN stellt sie in Kurzprofilen vor. Die weiteren demokratischen Anwärter sind: Cory Booker, Pete Buttigieg, Julián Castro, John Delaney, Tulsi Gabbard, Kirsten Gillibrand, Kamala Harris, Amy Klobuchar, Elizabeth Warren, Marianne Williamson, Andrew Yang.

"Das Bewerberfeld ist sehr groß. Es könnte das größte Bewerberfeld sein, das die Demokraten je hatten."
Thilo Kößler, Korrespondent für Washington

Mehr zum Wahlkampf in den USA bei Deutschlandfunk Nova:

  • Präsidentschaftswahl in den USA: Trumps Gegenkandidat gesucht  |   Der demokratische Senator Bernie Sanders liebäugelt offen mit einer Präsidentschaftskandidatur. Auch sein Parteikollege Beto O'Rourke hat angedeutet, 2020 antreten zu wollen. Er gilt als großes politisches Talent. Aber wie genau müsste ein erfolgreicher Gegenkandidat zu Trump eigentlich aussehen?