Unser alter Kühlschrank läuft wahrscheinlich noch mit ihnen: den F-Gasen. Sie werden als Kältemittel eingesetzt und aufwendig produziert. Wie gefährlich F-Gase für unser Klima sind und was sie mit FCKW gemeinsam haben, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Britta Fecke.

FKW, HFKW SF6 oder NF3 – das hört sich für das ungelernte Ohr nach chemischem Kauderwelsch an. Tatsächlich zählen diese Gase zur Gruppe der fluorierten Treibhausgase, also den F-Gasen. Und die fördern den Treibhauseffekt.

F-Gase kommen in unserem Alltag oft vor: etwa in Kühlschränken oder in Klimaanlagen. In der Vergangenheit auch in Löschschaum oder bei Telfonpfannen. In neuen Geräten sollten F-Gase zwar nicht mehr vorkommen, aber einige alte Geräte sind noch in Betrieb. 

F-Gase sind sehr langlebig und treibhauswirksam

Problematisch sind diese Art von Treibhausgasen besonders aus einem Grund: Sie bleiben sehr lange in der Atmosphäre, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Britta Fecke. Je nach Verbindung können das mehrere hundert bis zu 50.000 Jahren sein. Außerdem seien F-Gase zum Beispiel im Vergleich zu CO2 viel treibhauswirksamer.

"Einige dieser Moleküle bleiben hunderte Jahre in der Atmosphäre, einige Molekülverbindungen sogar 50.000 Jahre – das ist wirklich unfassbar lang."
Britta Fecke, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Treibhauswirksamer bedeutet in diesem Zusammenhang: F-Gase wirken im Vergleich zu CO2 100 bis 24.000 Mal extremer in der Atmosphäre. Sie lassen die zurückgeworfene Wärme der Erde im sinnbildlichen Treibhaus noch weniger durch.

"Diese F-Gase, die haben noch einen relativ geringen Anteil. Man darf sie nicht aus dem Auge verlieren, weil sie so wirksam sind, aber dass man vor allem auf CO2 und Methan schaut, ist bisher noch sinnvoll."
Britta Fecke, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Aktuell ist es trotzdem sinnvoll, auch auf CO2 und Methan zu achten, sagt Britta. Denn CO2 macht derzeit rund 60 Prozent der klimarelevanten Gase aus, Methan rund 17 Prozent. Der Unterschied dieser beiden Gase zu den F-Gasen: CO2 und Methan sind meist ungewollte Nebenprodukte – zum Beispiel beim Abbau von Braunkohle oder der Massentierhaltung. F-Gase werden dagegen bewusst produziert – und das sehr aufwendig.  

Montrealer Protokoll hat FCKW verbannt – und soll auch bei F-Gasen funktionieren

In Zukunft soll das Montrealer Protokoll helfen und die Vorkommen von F-Gasen stark eindämmen – zumindest für die Länder, die unterzeichnet haben. So wurde auch schon FCKW verbannt. F-Gase sind zwar nicht ozonschädlich, verstärken aber den Treibhauseffekt. 

"Das ist wirklich mal ein Beispiel für „ Es ist gut gegangen“. Jetzt haben sie aber dummerweise nur diese verbotenen FCKWs, die ozonschädlich sind, ausgetauscht gegen die F-Gase – die zwar nicht ozonschädlich – aber super klimaschädlich sind."
Britta Fecke, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Vor über 30 Jahren taten sich daher Industrie- und Schwellenländer zusammen, weil sie gemerkt hatten: Das Ozonloch wird immer größer. Und sie hatten einen Schuldigen ausgemacht: FCKW. Seit dem Montrealer Protokoll wird das Gas fast nicht mehr genutzt – die Ozondecke hat sich wieder erholt. 

Der neue Anhang des Protokolls, soll nun sicherstellen, dass auch F-Gase aus unserem Alltag verschwinden. Die Industrienationen haben sich darauf geeinigt, deren Produktion ab 2019 zu kürzen. Bis 2030 soll nur noch ein Fünftel hergestellt werden – Europa hat diesen Prozess bereits 2014 gestartet. 

Richtige Entsorgung alter Geräte mit F-Gasen ist wichtig

Also werden F-Gase zumindest in Europa beim Herstellen neuer Geräte nicht mehr verwendet. Trotzdem ist es wichtig, die alten Kühlschränke und Klimaanlagen richtig zu entsorgen. Denn wenn F-Gase einmal in die Atmosphäre gelangen, lassen sie sich nicht mehr einfangen, sagt Britta. Daher sollten wir das alte Gerät fachgerecht entsorgen.

"Das Problem ist, dass dieses sehr klimawirksame Gift gerade bei eine unsachgemäßen Entsorgung in die Atmosphäre gelangt. Und wenn es erst einmal draußen ist, dann kriegen wir das auch nicht mehr eingefangen."
Britta Fecke, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Bei Neuanschaffungen empfiehlt Britta die Website des Bundesumweltamts – hier gibt es Tipps, worauf wir zum Beispiel beim Kauf von neuen Kühlschränken achten sollten. Grundsätzlich könnten wir uns sicher sein: Alte Siegel wie "FCKW-frei" sind kein gutes Zeichen für ein F-Gas-freies Gerät.

"Wenn da irgendwie draufsteht 'FCKW-frei', dann könnt Ihr Euch sicher sein: Da stimmt was nicht. Denn dieser Aufkleber ist so alt – dann ist auch das Gerät sehr alt."
Britta Fecke, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

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