Eine repräsentative Befragung zeigt: Auch unter Frauen gibt es in Sachen Regelblutung große Wissenslücken. Und grundsätzliche Informationen in Hinblick auf Blutungsstärke, Regelmäßigkeit und Schmerzen fehlen oft.

Die NGO Plan International hat 1.000 Männer und Frauen im Alter von 16 bis 45 Jahren zur Periode befragt. Dabei ging es um verschiedene Aspekte, wie etwa Kosten, Wissensstand, Erleben, Einschränkungen, Reaktionen des Umfeldes sowie Wünsche an die Gesellschaft und Politik. Dabei wurde klar: Immer noch gibt es erhebliche Wissenslücken.

"Viele Frauen verstehen Regelmäßigkeit oft falsch. Ein Zyklus ist nicht schon deshalb unregelmäßig, weil er nicht exakt 28 Tage dauert."
Christina Leyendecker, Gynäkologin

Christina Leyendecker ist Gynäkologin in Bonn. Sie trifft in ihrem Beruf auf sehr unterschiedliche Frauen: Einige wissen detailliert über den weiblichen Zyklus und ihren eigenen Bescheid, andere wiederum überhaupt nicht. Ein Missverständnis, das ihr oft begegnet ist: Viele Frauen halten ihren Zyklus für unregelmäßig, weil er nicht genau 28 Tage dauert.

Grundsätzlich gilt: Ein Zyklus ist regelmäßig, wenn er zwischen 25 und 35 Tagen dauert. Schwankungen sind normal, sagt die Frauenärztin – auch bei derselben Frau.

Bei sehr unregelmäßigen Zyklen zur Ärztin

Wenn aber die Schwankungen zu groß sind, sollten sich Frauen ärztlich untersuchen lassen. Etwa dann, wenn die Blutung deutlich seltener als alle sechs Wochen vorkommt. Dahinter könnte eine hormonelle Ursache liegen, die behandelt werden muss, so die Expertin.

Ein Arztbesuch ist auch notwendig, wenn die Blutungen so stark sind, dass die Frau im Alltag eingeschränkt ist oder sogar unter einer Blutarmut leidet oder wenn die Schmerzen über das normale Maß hinausgehen.

"Wenn eine Frau aufgrund ihrer Periodenschmerzen mehrere Tage ausfällt oder sehr viele Schmerzmittel benötigt, dann geht das über das normale Maß hinaus."
Christina Leyendecker, Gynäkologin

Zwar gehören Schmerzen gerade in den ersten Tagen der Periode bei vielen Frauen dazu, doch sollte eine Frau viele Schmerzmittel benötigen oder mehrere Tage ausfallen, sollte abgeklärt werden, ob eine Erkrankung dahintersteckt.

Blutung in der Regel etwa fünf Tage

Auch in Sachen Länge der Blutung gilt, dass Schwankungen normal sind. Nicht mehr in diesem Rahmen sind Blutungen, die regelmäßig über acht, neun oder zehn Tage anhalten.

Generell rät die Gynäkologin auch dazu, die eigene Periode zu beobachten: Wie oft muss ich beispielsweise meinen Tampon oder Menstruationstasse wechseln? So lässt sich in etwa abschätzen, wie viel Blut eine Frau verliert.

"Wenn der Tampon oder die Binde nicht häufiger als alle drei Stunden gewechselt werden muss, ist oft von einer normalen Stärke auszugehen. Aber auch da kann es an den einzelnen Tagen sehr unterschiedlich sein."
Christina Leyendecker, Gynäkologin

Wer seinen Zyklus im Blick hat, bemerkt Veränderungen schneller. Sollte sich plötzlich etwas an der Zykluslänge, der Blutungsstärke oder den Schmerzen ändern, ist ein Besuch in der gynäkologischen Praxis ratsam.