In Zug kostet eine Wohnbescheinigung 0,01 Bitcoins. Wirklich. Seit einem Jahr setzt die Stadt in der Schweiz auf die Kryptowährung. Der Einzelhandel hält sich noch zurück: Die Strategie der Stadt ist dennoch aufgegangen.

Vor einem Jahr (Mai 2016) führte die Stadt Zug Bitcoins als offizielle Währung ein. Los ging es am 1. Juli 2016 mit einem Pilotprojekt des Einwohnermeldeamtes. Dort können die Bürger Dienstleistungen mit Bitcoins zahlen: Zum Beispiel kostet dort zurzeit eine Wohnbescheinigung 0,01 Bitcoins - umgerechnet 20 Schweizer Franken. Die Stadt galt vor einem Jahr als Bitcoin-Pionier.

Bislang ist es aber vor allem die Stadtverwaltung, die auf Bitcoins setzt. Der Einzelhandel hält sich eher zurück. Nur wenige Geschäfte machen bislang mit.

Kursschwankungen bei Bitcoins

Die Frage ist auch: Wie stabil ist die Kryptowährung? Zum Beispiel gibt es keine Banken, die den Kurs nachregeln können - das macht Bitcoins unberechenbar. Zugleich halten jedoch manche Finanzexperten Bitcoins für stabiler als jede andere Währung, wenn sie denn weltweit akzeptiert wäre.

Dolfi Müller, der Stadtpräsident von Zug, sieht das Problem der Kursschwankungen. Doch das sei zu lösen.

"Schwankungen gibt es. Aber sobald Bitcoins bei uns reinkommen, haben wir jederzeit die Möglichkeit, diese wieder in Schweizer Franken zu wechseln. Das sichert uns ab."

Müller glaubt deshalb, dass es keine Kursverluste in Nanosekunden geben wird.

Das Marketing ist aufgegangen

Nach einem Jahr lässt sich festhalten: Auch wenn der Einzelhandel kaum Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert, haben sich dafür inzwischen über 20 Start-ups in der Stadt gegründet. Manche sprechen sogar von einem Crypto-Boom in Zug.

Und darum ging es der Stadt wohl auch. Man wollte ein neues Image aufbauen. Bislang war Zug bekannt für niedrige Steuern, aber irgendwann muss was Neues her.

"Tiefe Steuern haben heute andere auch. Also müssen wir neue zukunftsfähige Strategien entwickeln. Und das geht genau in die Richtung."

Dass Zug mittlerweile als "Crypto Valley" gehandelt wird, hat aber noch einen Grund. Die Stadt liegt in der Nähe der Bankenmetropole Zürich. Glück gehabt! Denn dabei kann auch das beste Marketing nicht helfen.

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