Alleine reisen hat mehr Vorteile als Nachteile, sagt Maren Schwarz. Sie war acht Wochen lang in Asien und Australien unterwegs.

Eigentlich hat Maren viele Freunde, und die mag sie. Trotzdem gab es vergangenen Herbst einen Moment, in dem sie das Alleinsein ganz bewusst geplant hat: nicht irgendwo, nicht zu Hause, sondern auf einer längeren Reise.

Bangkok, Tokio, Hanoi - wohin ihr Trip sie führen sollte, das hat Maren nicht wirklich geplant. Sie buchte zunächst nur die Flüge nach New York und Sydney: "Dann wollte ich einfach mal schauen. Und ich wusste, dass sich da auch niemand drauf einlassen wird."

"Eigentlich wollte ich einfach alleine sein. Ich wollte mir selber beweisen, dass ich es kann. Und dass ich niemanden brauche, um zu verreisen."
Maren Schwarz

In Sydney lag Maren am Strand, hat nichts gelesen, keine Musik gehört, nur entspannt. Die ersten Tage hat sie das gestresst: "Ich muss doch die Oper anschauen! Die Harbour Bridge!" Doch ihr Airbnb-Host hat sie beruhigt. Du hast Urlaub, du kannst machen, was du willst, hat er ihr gesagt. Das hat geholfen.

Bondi Beach, Sydney, Off-Season: "Ich habe mich immer gefragt, warum alle zu diesem Strand wollen. Ich kann es nur für mich beantworten: Ich habe dort Ruhe gefunden."

Sich auf sich selbst besinnen

Natürlich hat Maren mit Leuten gesprochen. Aber sie hat ihre Tage ohne Begleitung verbracht. "Ich habe den Kontrast gebraucht", sagt sie. Denn vor ihrer Reise hat sie viel gearbeitet, hatte viel um die Ohren und jahrelang nicht richtig Urlaub gemacht.

Gerade die schönen Momente habe sie viel bewusster erleben können, weil sie nicht mit jemand anderem unterwegs war, meint sie. Über Sprachnachrichten hat sie Kontakt zu ihren Freunden zu Hause gehalten und ihnen erzählt, was sie erlebt.

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"Ich habe es vermisst, die Stille zu spüren, nichts zu hören, nur meine Gedanken im Kopf zu haben."
Maren Schwarz

Einsam hat sie sich während ihrer achtwöchigen Reise nie gefühlt, sagt Maren. Nur einmal, in Bangkok, da sei sie in ein kleines Loch gefallen - nämlich als Freunde aus dem Hostel einen Tag vor ihr abreisen mussten. "Dieser eine Tag war furchtbar", erinnert sie sich. Denn obwohl sie tagsüber gerne Zeit alleine verbracht hat - abends war sie oft mit Bekannten aus dem Hostel unterwegs.

Ihre Reise hat sie stark gemacht, sagt Maren: "Es hat mir die Angst genommen vor allem, was da kommt" - ob berufliche Herausforderungen oder private Veränderungen wie Umzüge.

Alleine reisen, das sei sicherlich nichts für jeden - genauso wenig, wie eine Pauschalreise nicht jedem gefällt. "Für mich war es perfekt!"

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