Chips zum Abendessen. Für Bas Kast war das lange Zeit ziemlich ok. Doch dann hat er seine Ernährung radikal umgestellt - und zwar komplett auf wissenschaftlicher Basis. Für seine Gesundheit.

Bas Kast hat sich schlecht ernährt. Über Jahre. Er hat Junkfood in sich reingestopft und so eine Tüte Chips zum Abendbrot ist ja auch irgendwie mal ganz geil. Und er hat sich gut damit gefühlt, er war auch immer ein sportlicher Typ, hat täglich gejoggt, war nie wirklich dick. Sogar Marathons ist er gelaufen. Dann kam das Herzstolpern.

Angst ums Leben

Das erste Mal hatte er es beim Laufen, das Herz wollte plötzlich nicht mehr im altbekannten Rhythmus schlagen. Und es wurde schlimmer, es kamen richtige Herzattacken. "Das war wie eine Hand, die mein Herz packt und fest zusammen drückt", erzählt Bas Kast. Das wurde so schlimm, dass er in der Nacht schreiend davon aufgewacht ist. Eine existenzielle Bedrohung.

Bas Kast.
© Mike Meyer
Bas Kast hat seine Ernährung komplett umgestellt.

Also hat er seine Ernährung komplett umgestellt. Und das ging sehr schnell: Nach zwei, drei Wochen hat er sich schon besser gefühlt. Nach ein paar Monaten war das Herzstolpern weg. Und natürlich war die Umstellung am Anfang schwierig. Der erste Teller mit Salat, Brokkoli und Rosenkohl war ernüchternd. Das ganze Junkfood, Chips, Cola, Süßigkeiten, hat er gestrichen: "Das esse ich überhaupt nicht mehr."

"Wenn du merkst, dass es dir fundamental so viel besser geht, dann spielt Verzicht nicht mehr so eine große Rolle."
Bas Kast, Wissenschaftsbuchautor

Bas Kast wollte aber nicht nur einfach anders essen, er wollte seinen Lebenswandel auf eine wissenschaftliche Grundlage hieven. Er hat angefangen, Studien zur Ernährung zu lesen. "Alle Studien kann man gar nicht lesen", wirft er ein. "Es erscheinen mehr als 500 Studien - am Tag." Vor zwei, drei Jahren hat er sich mit Kaffee und dunkler Schokolade hingesetzt und täglich 2 bis 30 Studien geschmökert - und seine Erkenntnisse im Buch "Der Ernährungskompass" zusammengefasst.

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Dabei ist das mit den Studien so eine Sache. Milch soll ja gesund sein. Und auch der Großteil der Studien sagt aus: Milch ist gut, auch in größeren Mengen. Aber: Die allermeisten dieser Studien wurden von der Milchindustrie finanziert. "Wenn die Milchindustrie ihre Finger im Spiel hat, steigt die Chance eines positiven Ergebnis plötzlich um das achtfache", sagt Bas Kast, "das stimmt schon mal skeptisch".

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Gerade in den letzten Jahren sind große unabghängige Studien erscheinen, die ein nicht so rosiges Bild von der Milch zeigen. "Ich trinke immer noch Milch in meinem Kaffee", hat Bas Kast für sich entschieden. Sonst gibt es keine pure Milch mehr für ihn - dafür aber viel Joghurt und Quark. Denn die Milchsäure-Bakterien im Joghurt haben einen günstigen Effekt auf die Darmflora. "Das geht in den ganzen Körper über und entfaltet günstige Effekte."

"Ich höre um 20 Uhr auf zu essen und esse dann gar nichts mehr."
Bas Kast, Wissenschaftsbuchautor

Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Der Autor hat für sich die "8 zu 8"-Regel aufgestellt: Von 8 Uhr am Morgen bis 20 Uhr am Abend darf er essen, danach gibt es aber nichts mehr zu Futtern, keine Snacks, keine Süßigkeiten. Dann beginnt für ihn die kurze Zeit des Fastens in der Nacht: "Diese kurze Fastenperiode in der Nacht ist ein heilsamer Prozess, wo unsere Körperzellen ihren eigenen Schrott aufräumen."

Koche selber, iss echtes Essen!

Die wichtigste Regel ist aber: Koche selber, iss echtes Essen, das direkt aus der Natur kommt! "Wenn du selber kochst, löst du 80 Prozent der Ernährungsprobleme, die wir heute haben", sagt Bas Kast. Auf die verpackten Produkte der Lebensmittelindustrie verzichtet er fast vollständig. "Wenn ich in den Supermarkt gehe, halte ich mich am längsten in diesem Eingangsbereich auf, wo sich das ganze frische Essen, Obst, Gemüse und so weiter, befindet.", erklärt er. Ausnahmen macht er nur für Hülsenfrüchte und Nüsse. Und natürlich für dunkle Schokolade.

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