Fenster auf, Fenster zu, Heizung an oder aus? Vor allem Paare mit unterschiedlichen Temperaturvorlieben haben bei diesen Fragen viel Diskussionsstoff. Wir wollten wissen: Gibt es so etwas wie eine optimale Schlaftemperatur?

Es gibt sie tatsächlich: die optimale Schlaftemperatur liegt bei 15 bis 18 Grad, sagen Schlafforscher. Allerdings ist das Temperaturempfinden sehr subjektiv. Und da spielen viele Faktoren eine Rolle, erklärt der Schlafforscher Peter Geisler. Er ist Arzt am schlafmedizinischen Zentrum der Uni Regensburg. Die Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Zugluft und natürlich auch die Frage: Wie dick sind Schlafanzug und Bettdecke? All das wirkt sich darauf aus, wie wir die Temperatur wahrnehmen.

"Das ist sehr, sehr einfach. Die richtige Schlaftemperatur ist immer dann erreicht, wenn Sie weder frieren, noch schwitzen."
Peter Geisler, Schlafforscher am schlafmedizinischen Zentrum der Uni Regensburg

Das Problem bei Kälte ist, dass sie uns meist daran hindert, überhaupt einzuschlafen. Wenn wir zum Beispiel kalte Füße haben. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Insgesamt verkrampfen die Muskeln, wir zittern und das ist natürlich unentspannt. 

Zu kalt ist nicht gut

Aber selbst, wenn wir trotz Kälte einschlafen, ist der Schlaf vermutlich nicht so entspannt. Im REM-Schlaf ist unser Temperaturempfinden nämlich ausgeschaltet. Wir merken es nicht und der Körper meldet auch keine Probleme. Peter Geisler erklärt die Folgen: "Wenn wir sozusagen wieder aus dem REM-Schlaf rauskommen, dann sind wir unterkühlt. Dann versucht der Körper natürlich wieder, die Temperatur zu erhöhen, steigert den Stoffwechsel, aktiviert den Kreislauf und das stört den Erholungseffekt des Schlafes." Also, wenn ihr öfter mal gerädert aufwacht und euch denkt: Aber eigentlich habe ich doch genug geschlafen – vielleicht solltet ihr etwas an der Temperatur verändern. 

Lennart Knaack vom Zentrum für Schlafmedizin und Schlafforschung Intersom in Köln sagt aus diesen Gründen auch, dass wir nicht auf die Idee kommen sollten, uns im Schlaf abzuhärten. Das sollten wir lieber bei Spaziergängen und Wechselduschen machen.

"Der Schlaf ist jetzt sicherlich nicht die richtige Möglichkeit, sich an solche klimatischen Bedingungen zu adaptieren!"
Lennart Knaack, Schlafforscher

Ratschläge für einen erholsamen Schlaf und perfektes Raumklima:

  • 15 Minuten Stoßlüften vor dem Zubettgehen bringt genug Frischluft und hilft gegen Luftfeuchtigkeit in der Wohnung – dann kann das Fenster über Nacht auch zu bleiben.
  • Zu warm sollte es auch nicht sein, weil dann die Schleimhäute austrocknen. Wir bekommen Husten und Kopfschmerzen. Ein Luftbefeuchter könnte helfen.
  • Zugluft ist schlecht, weil wir dann einen steifen Nacken riskieren.
  • Paare, die unterschiedliches Temperaturempfinden haben, sollten es mal mit zwei unterschiedlichen Decken versuchen. 
  • Und zum Schluss noch ein Tipp aus der Redaktion: Eine Kollegin legt vor dem Schlafengehen ihre Bettdecke auf die Heizung, damit sie schön vorgewärmt ist. Der Arzt meint zwar, dass eine ordentliche Bettdecke auch in kürzester Zeit warm genug ist, aber schaden tut es jedenfalls nicht.

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