Lukas Pohland hilft einer Mitschülerin, die gemobbt wird und wird selbst Opfer von Cybermobbing. Aber Lukas wehrt sich: Der 13-Jährige will auch anderen helfen und gründet ein Sorgentelefon. Mittlerweile erklärt er Politikern, was sie gegen Cybermobbing tun können. Wir haben mit Lukas gesprochen.

Lukas Pohland erklärt am 18. April Politikern im nordrhein-westfälischen Landtag, was Cybermobbing ist und wie Betroffene sich wehren können. Das Parlament hat Sachverständige zum Thema "Schulen im Kampf gegen Cybergewalt unterstützen" eingeladen - und Lukas ist einer von ihnen.

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Der 13-Jährige war selbst Opfer von Mobbing im Netz. Er half einer Mitschülerin, die gemobbt wurde und wurde dann selbst beleidigt und bedroht. "Das Mobbing war ganz vielfältig", sagt Lukas. Zum Beispiel wurden auf Twitter und Facebook Fotos von ihm veröffentlicht. Die Fotos waren oft Montagen, auf denen dann "Opfer" stand oder andere Beleidigungen. Er bekam aber auch anonyme SMS-Nachrichten mit Beleidigungen bis hin zu Drohungen.

Cybermobbing ist strafbar

Das Mobbing brachte Lukas auf die Idee, etwas dagegen zu tun - nicht nur für sich, sondern auch für andere. Er baute die Webseite Cybermobbing-Hilfe auf sowie ein Sorgentelefon. "Bei mir bekommt man vor allem die Hilfe, dass ich ein offenes Ohr habe", sagt Lukas. Viele Opfer von Mobbing im Netz sprechen nicht über das, was ihnen da passiert.

"Das ist natürlich erst einmal eine ziemliche Überwindung, mit jemandem über das Cybermobbing zu sprechen."

Aber Lukas gibt auch konkrete Tipps. Zum Beispiel mit der Schule in Kontakt zu treten, damit diese den Konflikt löst. Ebenso können Opfer zur Polizei gehen, denn Beleidigungen oder Bedrohungen im Netz sind Straftaten. Dagegen muss die Polizei vorgehen. Allerdings sind Heranwachsende erst ab 14 Jahren strafmündig.

Lukas wünscht sich vor allem mehr Präventionsarbeit an Schulen, damit es erst gar nicht zum Cybermobbing kommt. Flyer und Plakate sind eine Möglichkeit der Prävention. Aber Lukas will mehr: Das Thema soll fester Bestandteil des Unterrichts werden.

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