Im afrikanischen Guinea haben Forscher beobachtet, wie sich Affen regelmäßig mit Alkohol zudröhnen. Manche veranstalten oben in den Palmen - wo es Palmwein gibt - sogar richtige Saufgelage. 

Dass im Tierreich gerne mal Alkohol konsumiert wird, wissen wir. Vögel tun es, Igel, Elefanten, aber auch Eichhörnchen, Hunde, Elche und Insekten - UND natürlich: Affen! Die sind sogar sehr einfallsreich, wenn es darum geht, an die Droge Alkohol ran zu kommen. Im afrikanischen Guinea haben Forscher eine palmweintrinkende Gruppe Schimpansen entdeckt. 

Affen greifen sich selbstgemachten Wein von Menschen ab 

Der Wein hat einen Alkoholgehalt von etwa 7 Prozent und wird eigentlich von Menschen gemacht. Und zwar aus dem Palmsaft aus der Baumkrone der Palme. Diesen Palmsaft fangen die Affen mit Hilfe eines selbstgefalteten Palmblatts ab und betrinken sich. Die einen mehr, die anderen weniger. Einige Affen, sagt Biologe Mario Ludwig, sind inzwischen schon zu Gewohnheitstrinkern mutiert. Sie trinken bis zu drei Litern am Tag.

"Die Affen trinken gerne in Gesellschaft. Oben in der Palme veranstalten sie dann richtige Saufgelage."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Biologe

Es gibt einige Anzeichen, die den Rückschluss zulassen, dass die Affen auch wirklich Rauschzustände erleben. Wenn sie viel getrunken haben, liegen sie gerne unter den Palmen auf dem Boden und dösen vor sich hin - und am nächsten Tag lassen sie dann eher die Finger vom Alkohol. Als hätten sie einen Kater. 

Meerkatzen klauen Touristen Cocktails

Auch auf anderen Erdteilen gibt es alkoholtrinkende Primaten. Zum Beispiel auf der Karibik-Insel St. Kitts. An einem Strand lebt eine Bande aus 300 Meerkatzen, die sich darauf spezialisiert hat, Touristen Cocktails zu klauen. Die Getränke reißen sie ihnen regelrecht aus der Hand und trinken sie sofort aus, mit dem Ergebnis, dass abends überall zwischen Liegestühlen betrunkene Affen herumliegen. 

"15 Prozent der Affen sind Abstinenzler, 65 Prozent sind Gelegenheitstrinker und 15 Prozent sind schwere Trinker. Die trinken so vier Cocktails am Tag"
Mario Ludwig, Deutschlandfunk Nova-Biologe

Bei den verbleibenden 5 Prozent sprechen Forscher von "Selbstmordtrinkern". Damit gemeint sind Affen, die ihr Leben durch Alkohol beenden wollen. Übrigens: Diese prozentuale Verteilung entspricht exakt den Zahlen, die wir auch in der menschlichen Gesellschaft vorfinden. 

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