Die Deutsche Umwelthilfe steht für Dieselfahrverbote und juristischen Streit für das Klima. Nun prüft sie Klagen für ein allgemeines Tempolimit. Wir haben uns die Lage der Umweltschutzorganisation genauer angesehen.

Durch ihre Klagen für Fahrverbote für ältere Dieselautos ist die Deutsche Umwelthilfe in diesem Jahr ziemlich bekannt geworden. Jetzt zieht sie in Berlin Bilanz. Außerdem stellt die Organisation ihre Schwerpunktthemen für das kommende Jahr vor.

Die CDU will hingegen prüfen lassen, ob der Verein weiterhin als gemeinnützig anerkannt werden sollte. Die Partei bezweifelt, dass die Organisation gemeinnützig ist und will erreichen, dass ihr öffentliche Gelder gestrichen werden.

"Die Deutsche Umwelthilfe hat der Bundesregierung eigentlich das gesagt, dass sie beim Klimaschutz zu wenig tut. Da erreicht die Regierung ihre eigenen Ziele nicht."

Deutschlandfunk-Reporter Marcel Heberlein sagt, dass die Bilanz der Deutschen Umwelthilfe für die Bundesregierung schlecht ausgefallen ist. Das gilt für den Klimaschutz, ein Bereich in dem die Regierung ihre eigenen Vorgaben nicht erreicht. Der Verein kritisiert außerdem die Nähe der Bundesregierung zur Autoindustrie, was den Dieselskandal betrifft.

Gegenwärtig prüft der Verein, ob es sich lohnt für ein generelles Tempolimit von 120 auf Autobahnen und ein Limit von 80 auf Landstraßen vor Gericht zu ziehen. Ein Tempolimit gilt als wirksames Mittel zur Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen.

Abmahnungen als Einnahmequelle

Kritiker der Umwelthilfe, auch Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW, nennen sie einen Abmahnverein. Ein Viertel ihres Budgets erwirtschaftet sie aus solchen Verfahren. Im Jahresbericht laufen diese unter dem Begriff Einnahmen Ökologische Marktüberwachung.

Auch arbeitet der Verein selbst mit Teilen der Autoindustrie zusammen. Von Toyota erhielt die Deutsche Umwelthilfe eine größere Spende. Eine weitere Finanzquelle sind Mittel aus dem Bundeshaushalt. 2,5 Millionen Euro erhielt sie 2017 in der Form von Projektgeldern, die zumindest teilweise vom Bund fließen.

"Vier Ministerien geben aktuell Geld an die Umwelthilfe - zum Beispiel das Wirtschaftsministerium für den Bürgerdialog über den Ausbau von Strommasten."

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